Landrat Michael Köberle überreichte Otto Döhrn das Verdienstkreuz am Bande - Ein Motor des Ehrenamtes und der Völkerverständigung


Hünfeldens Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer, Kreisbeigeordneter Helmut Peuser und Landrat Michael Köberle freuten sich mit Otto Döhrn (von links) über die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande. Glücklich war auch Ehefrau Inge Döhrn (rechts).

Limburg-Weilburg. Landrat Michael Köberle hat Otto Döhrn für sein großes Engagement mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Während einer Feierstunde in den Räumen der Marinekameradschaft im Katzenturm in Limburg würdigte Landrat Köberle, der die Auszeichnung im Beisein von Familie und langjähriger Weggefährten überreichte, Döhrns vielfältige Verdienste, insbesondere im Hinblick auf die Rumänienhilfe und die deutsch-französische Aussöhnung. Der Kreisbeigeordnete Helmut Peuser hatte die Ehrung angeregt.
„Otto Döhrn hat sich in vielfältiger Weise im sozialen und kulturellen Bereich engagiert und auch kommunalpolitisch viel geleistet“, betonte Landrat Michael Köberle. Letzteres angefangen von der Mitgründung der Jungen Union und der CDU in Hünfelden und deren Vorsitz über die Zugehörigkeit zum Kreistag für drei Jahre bis zur Mitarbeit in verschiedenen Ausschüssen des Hessischen Städte- und Gemeindebundes während seiner Zeit als Bürgermeister von Neuental von 1977 bis 1995. Genauso lange gehörte er dem Vorstand der CDU Neuental an. Auch im kirchlichen Bereich engagierte er sich, zum Beispiel bei der katholischen Jungschar in der Pfarrei St. Marien in Kirberg. Im Vorstand des gemischten Chors „Germania" arbeitete er mehrere Jahre mit, kurzzeitig auch als Vorsitzender. Auch andere Vereine in Kirberg wie in Neuental konnten auf seine Unterstützung zählen. An Vorbereitung und Organisation der 650-Jahr-Feier von Kirberg war er ebenfalls beteiligt. Sechs Jahre lang war er auch Vorsitzender des Elternbeirats der Marienschule in Limburg.
Besonders prägend war für Otto Döhrn nach eigenem Bekunden seine Zeit als Soldat bei der Marine. Neben Tugenden wie Kameradschaft, gegenseitige Hilfe und auch Verantwortung für andere Menschen übernehmen habe er Einrichtungen für behinderte Menschen, Kindergärten und andere benachteiligte Gruppen kennengelernt, die von den Besatzungen der Schiffe mit Spenden unterstützt wurden. Auf der Grundlage der so gesammelten Erfahrungen basiert sein lebenslanges Bemühen um die Aussöhnung mit Frankreich. Das ließ ihn vor fast einem halben Jahrhundert zu einem der Gründerväter der Partnerschaft zwischen Hünfelden und dem französischen Le Thillay werden. Im Jahr der offiziellen Verschwisterung 1982 rief er die Friedensfahrten mit dem Fahrrad nach Le Thillay ins Leben. Seit vielen Jahren beteiligt er sich mit anderen Freunden der Partnerschaft an der alljährlichen Benefizveranstaltung „Téléthon" in Le Thillay. Döhrn nutzte die Gelegenheit, um seinem französischen Freund und Bruder im Geiste, Eugène Boncoeur, zu danken, ohne den all dies nicht zu leisten gewesen wäre.
Der Wunsch nach einem friedlichen Europa und der Wille zu helfen führten Otto Döhrn auch dazu, sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Osteuropa zu engagieren. 1990 organisierte er den ersten Hilfstransport nach Rumänien. Ein Transport war beabsichtigt, doch wurden es im Laufe der Zeit insgesamt 67. In Kirberg wurden die Hilfstransporte später unter der Regie des DRK fortgeführt. Aus der Neuentaler Rumänienhilfe wurde 1995 der Patenschaftsverein mit den evangelischen Kirchengemeinden Hamlesch, Braller und Michelsberg in Siebenbürgen, nach wie vor eine seiner Herzensangelegenheiten. Die Rumänienhilfe hat eine stolze Bilanz vorzuweisen: Mit aufgebaut wurde unter anderem die evangelische Akademie Siebenbürgen, eine Sportschule im Bezirk Hermannstadt wurde ebenso eingerichtet wie Kinder- und Dialysestationen in Krankenhäusern. Rund 25.000 Kinder wurden mit Hilfsgütern versorgt, fast 4000 Schulranzen, gefüllt mit guten Gaben, verteilt, unendlich viele Stricksachen gespendet, große Mengen an medizinischen Hilfsgütern an Krankenhäuser und Heime geliefert und vieles andere mehr getan, um Not zu lindern, all dies mit Unterstützung und Engagement eines großes Kreises an Mitstreitern, Helfern und Spendern an vielen Orten. Ihnen allen, die an dem gemeinsamen Ziel mitarbeiteten und sich bis heute engagieren, galt Otto Döhrns Dank, allen voran auch seiner Ehefrau Inge und seinen beiden Töchtern.