Regionales Treffen der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten


Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Limburg-Weilburg bei ihrem regionalen Treffen (von links): Marion Opl (Bad Camberg), Antje Linet (Löhnberg), Ute Jungmann-Hauff (Kreisverwaltung), Ahlem Ennisch (Weilburg), Sabine Abel (Jobcenter), Alexandra Blättel (Elz), Barbara Höhler (Kreishaus) und Marianne Bennewitz (Runkel).

Limburg-Weilburg. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Städte und Gemeinden im Landkreis Limburg-Weilburg, die nach dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz in den Verwaltungen arbeiten, haben sich zu einem regionalen Austausch auf Einladung von Ahlem Ennisch im Weilburger Rathaus getroffen. Die berufliche Gleichstellung ist das zentrale Aufgabengebiet in der Gleichstellungsarbeit. Bei der Arbeitstagung wurde das Thema „Frauen in Führungspositionen“ in den eigenen Verwaltungen behandelt.  Dabei stellte sich heraus, dass – analog einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes – der Anteil der Frauen in Führung bis weit unter 30 Prozent liegt. In Paragraf 1, Artikel 1, des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes heißt es: „Ziele des Gesetzes sind die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer sowie die Beseitigung bestehender Unterrepräsentanz von Frauen im Öffentlichen Dienst.“

Über die Ursachen und die Methoden, wie der Frauenanteil in Führungspositionen verbessert werden kann, wurde ausführlich diskutiert. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sehen einen Zusammenhang zwischen dem Frauenanteil in Führungspositionen und dem niedrigen Anteil von Frauen bei Bewerbungen auf Führungspositionen, dieser liegt noch nicht einmal bei zehn Prozent. Als potenzielle Ursache konnten sie die fehlende zeitliche Flexibilität aufgrund der familiären Betreuungsaufgaben feststellen. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten waren dabei einer Meinung: Da Leistung und zeitliches Engagement für den beruflichen Aufstieg von Bedeutung sind, schätzen Familienfrauen ihre Erfolgschancen im Wettbewerb um eine Führungsposition geringer ein als Männer. Frauen sehen es als schwierig an, Karriere und Familie zu vereinbaren. Welche Möglichkeiten gibt es, über personalpolitische Maßnahmen die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen zu beheben?

„Im Kreishaus liegt der Anteil der Führungsfrauen aktuell bei 26 Prozent. Das Ziel bleibt, einen ausgeglichenen Anteil zu schaffen“, so die Frauenbeauftragte des Landkreises, Ute Jungmann-Hauff. Um den Anteil der Frauen zu erhöhen und die Besetzung von künftigen Führungspositionen zu gewährleisten, hat die Kreisverwaltung ein Entwicklungsprogramm für Führungsnachwuchs gestartet. Ein qualifiziertes Trainingsprogramm wird nun die teilnehmenden Beschäftigten in den kommenden zwei Jahren auf dem Weg zur Führungsnachwuchskraft schulen. Frauenbeauftragte Ute Jungmann-Hauff ist erfreut darüber, dass Frauen zwei Drittel des Auswahlverfahrens ausgemacht haben und von zwölf Trainingsplätzen acht mit Frauen besetzt wurden.

Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten fordern eine angemessene Betreuungsinfrastruktur, wie zum Beispiel den Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige und verbesserte Kindertagesstätten-Öffnungszeiten, um so für die karriereinteressierten Familienfrauen eine bessere zeitliche Option zu eröffnen. Sie fordern weiterhin die Umsetzung des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes, Paragraf 14, „Führen in Teilzeit“: „Die Wahrnehmung von Führungs- und Leitungsaufgaben aller Hierarchieebenen steht der Teilzeitbeschäftigung grundsätzlich nicht entgegen. Für Führungskräfte sollte Telearbeit oder Home-Office grundsätzlich möglich sein, wir nehmen im Öffentlichen Dienst eine Vorbildfunktion ein, und dieser Passus im Gesetz ist ein positives Gleichbehandlungsgebot von Teilzeitbeschäftigten“, so die Kreisfrauenbeauftragte Ute Jungmann-Hauff. Ein Mentoring-Programm, verbunden mit einem Netzwerk Frauen in Führung, ist ein zusätzliches Angebot und kann hilfreich und motivierend für eine Bewerbung auf eine Führungsposition sein. Da ist sich der Arbeitskreis einig.



Anteil Frauen in Führung

Der Anteil der weiblichen Führungskräfte unterscheidet sich je nach Branche. Zum Beispiel gibt es in frauentypischen Berufsfeldern wie im Bereich Erziehung und Unterricht 64,6 Prozent und im Gesundheits- und Sozialwesen 61,3 Prozent Frauen; im Öffentlichen Dienst sind es um die 30 Prozent.