Breitbandausbau im Landkreis: Landrat Michael Köberle erläuterte die Strategie - Weitere 250.000 Euro für flächendeckenden Glasfaserausbau


Hadamars Bürgermeister Michael Ruoff, Runkels Bürgermeister Friedhelm Bender, Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn, Weilburgs Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch, Landrat Michael Köberle, Bad Cambergs Bürgermeister Jens-Peter Vogel und Breitbandkoordinator Martin Rudersdorf (von links) freuten sich über die Förderung des flächendeckenden Glasfaserausbaus im Landkreis Limburg-Weilburg.

Limburg-Weilburg. Der flächendeckende Glasfaserausbau wird zunehmend zu einer Daueraufgabe für den Landkreis Limburg-Weilburg sowie die Städte und Gemeinden. Nachdem im Jahr 2016 der Breitbandausbau in unterversorgten Gebieten auf der Grundlage einer sogenannten Erschließung der Kabelverzweiger (FTTC) abgeschlossen worden war und derzeit die Nachverdichtung an Schulen und weiteren institutionellen Anbietern sowie Gewerbegebieten erfolgt, wollen die Kommunen gemeinsam mit dem Landkreis im Zuge der Fortentwicklung der Breitbandstrategie nunmehr sogenannte Masterpläne für den sich anschließenden flächendeckenden Glasfaserausbau erstellen. Hierzu haben die Städte und Gemeinden sowie der Landkreis fünf Ausbaucluster gebildet und Förderanträge gestellt. Zwischenzeitlich liegen den federführenden Gemeinden Limburg, Hadamar, Weilburg, Bad Camberg und Runkel entsprechende Förderbescheide in einer Höhe von jeweils 50.000 Euro vor.
In einem Pressegespräch haben Landrat Michael Köberle und der Kreiskoordinator Breitband, Martin Rudersdorf, die weiteren Schritte erläutert. Damit die Städte und Gemeinden des Landkreises dem Ziel einer flächendeckenden Glasfasererschließung bis in die Häuser näherkommen, ist es erforderlich, dass bei jeder grundhaften Erneuerung von Straßen nicht nur Leerrohre verlegt werden, sondern auch eine dezidierte Planung vorliegt, welche Mikroröhrchen, sogenannte Speed-Pieps, aufgrund der anzuschließenden Haushalte beziehungsweise Gewerbe und unter Berücksichtigung der vorhandenen Netzstrukturen zu verlegen sind. In der Vergangenheit haben die Städte und Gemeinden lediglich Leerrohre verlegt. Dies ist jedoch nicht unmittelbar zielführend, weil in diesen Leerrohren die Mikroröhrchen nachgezogen werden müssen und es hier zu Kapazitätsengpässen kommen kann. „Dem Grunde nach wird durch ein entsprechendes Fachbüro der gesamte Landkreis neu überplant, sodass jede Kommune bei anstehenden Straßenbaumaßnahmen weiß, welche passiven Infrastrukturen zu verlegen sind. Die Masterpläne bilden zudem eine gute Grundlage für künftige Förderprogramme des Bundes beziehungsweise des Landes im Breitbandausbau“, betonte Landrat Köberle.
Der Landrat unterstrich zudem, dass nur dann ein flächendeckender Glasfaserausbau im Landkreis gelinge, wenn der Ausbau unter wirtschaftlich vertretbaren Rahmenbedingungen erfolge und Synergien konsequent genutzt würden. Dies sei in der Vergangenheit so nicht immer der Fall gewesen. Zwar stehe der Landkreis Limburg-Weilburg in der Breitbandversorgung sehr gut dar, jedoch müssten jetzt auch die Grundlagen gelegt werden, damit ein weiterer flächendeckender Glasfaserausbau gelinge. Das gesamte Verfahren wird dabei in enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden durch den Kreiskoordinator Martin Rudersdorf abgewickelt.
Als nächster Schritt wird ein fachkundiges Büro ausgewählt, das die entsprechenden Grundlagen für die Erstellung sogenannter Masterpläne erarbeitet. Unter anderem müssen alle nutzbaren Infrastrukturen der Kommunen, der Energieversorger beziehungsweise auch der Telekommunikationsunternehmen erfasst werden. All diese Informationen werden in einem zentralen Geoinformationssystem eingespeist. Daran schließt sich eine maschinelle Glasfasernetzberechnung an. Dabei werden auch Aspekte für eine Verbesserung der Mobilfunkversorgung und insbesondere auch für den anstehenden 5G-Ausbau berücksichtigt.
Die Kommunen dankten dem Landkreis Limburg-Weilburg, dass er diese Aufgabe federführend koordiniert. „Nur durch eine interkommunal abgestimmte Vorgehensweise können hier transparente Ausgangsgrundlagen für weitere Breitbandprojekte geschaffen werden“, so Landrat Michael Köberle abschließend.