Landrat Michael Köberle überreichte Otto Riedl das Bundesverdienstkreuz - Großes Engagement für die Heimatvertriebenen und vieles mehr


Landrat Michael Köberle (links) überreichte Otto Riedl (rechts) das Bundesverdienstkreuz. Darüber freute sich auch Riedls Gattin Walli.

Limburg-Weilburg. Landrat Michael Köberle hat mit dem 82-jährigen Otto Riedl einem „Urgestein der Kommunalpolitik, der Vertriebenenverbände, der Kirche und des Sports“ bei einer Feierstunde im Hotel „Zur Krone“ in Löhnberg das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Nach dem Ehrenbrief des Landes Hessen, den der Löhnberger bereits 1991 erhalten hatte, ist dies nun die zweite große Würdigung seines Engagements. „Otto Riedl ist ohne jeden Zweifel aus dem Löhnberger Ortsgeschehen und Vereinsleben nicht wegzudenken“, betonte der Landrat. Er habe sich jahrelang „selbstlos ehrenamtlich engagiert“, für das Allgemeinwohl eingesetzt und mit Sorgfalt und Genauigkeit gearbeitet. „Wenn ein Mensch wie Otto so aktiv war in seinem Leben, muss man die Verdienste auch aufzählen“, so Köberle. Und so zeigte er auf, in welchen Vereinen, Verbänden und Gremien sich Otto Riedl seit Jahrzehnten ehrenamtlich engagiert. Oft genug übernahm Riedl dabei an der Spitze Verantwortung: im Ortsverband Löhnberg des Bundes der Vertriebenen, aber auch im Kreisverband, in der Sudetendeutschen Landsmannschaft, in der Sudentendeutschen Landesversammlung Hessen und in der CDU.
Riedl, der 1937 in Langlammitz im Egerland – in der Nähe des bekannten Kurortes Karlsbad – zur Welt kam, wurde mit nicht einmal zehn Jahren mit seiner Familie vertrieben. In Löhnberg fand er eine neue Heimat, allerdings ohne seine Herkunft je zu vergessen. Sein „Steckenpferd“ sei seit 1967 die Arbeit im Bereich der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler, erläuterte Landrat Köberle. Vor allem die Reisen in die früheren Heimatgebiete und Gebiete der Vertreibung waren ihm stets sehr wichtig. 30 solcher Ausflüge organisierte der Löhnberger. Riedl, der drei Kinder und fünf Enkelkinder hat, setze sich bis heute für die Eingliederung der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler ein, leiste einen Beitrag zur Versöhnung zwischen den Völkern. „Dieses Engagement sucht Seinesgleichen“, lobte Michael Köberle.
Kommunalpolitisch hat Riedl, der gelernter Feinoptiker und Industriemeister ist, seinen Heimatort geprägt. 1965 sei er in die CDU eingetreten, „mit dem Ziel, dass Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit die Politik prägen“, erläuterte Landrat Köberle. 1971 gehörte Riedl zu den Mitbegründern der Löhnberger CDU, der er bis 1997 vorstand. Er brachte sich im Ortsbeirat ein, war 35 Jahre in der Gemeindevertretung aktiv, war Beigeordneter und Vorsitzender der Seniorenkommission seiner Gemeinde und saß neun Jahre im Kreistag. Für das Bundesverdienstkreuz hatte Josef Plahl, der Kreisvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, seinen langjährigen Weggefährten vorgeschlagen. Eine weitere Facette des Engagements von Otto Riedl liegt im kirchlichen Bereich. Seit 1952 engagiert sich der Löhnberger in verschiedenen Ämtern, etwa als Lektor, Kommunionhelfer und im Pfarrgemeinde- und später im Verwaltungsrat. Der 82-Jährige packt bei den Seniorennachmittagen mit an und leitet noch immer die Seniorengymnastik. Damit aber nicht genug: Im Vorstand des TuS Löhnberg brachte er sich 26 Jahre ein, gründete die Jedermann-Gruppen.
„Ich kann kaum fassen, dass ich nach acht Lebensjahrzehnten so viel Glück, Lob und Anerkennung erleben darf“, sagte der frisch gebackene Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande nach der Ehrung durch Landrat Michael Köberle. Er habe seine Ehrenämter gern ausgefüllt. Möglich sei dies aber nur gewesen, weil seine Frau Walli ihm nicht nur den Rücken freigehalten, sondern ihn in seinen zahlreichen Funktionen auch immer gestärkt und unterstützt habe.