Manfred Michel wurde in der Villmarer König-Konrad-Halle verabschiedet - Stehende Ovationen für den scheidenden Landrat


Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (links) verlieh dem scheidenden Landrat Manfred Michel den Hessischen Verdienstorden. Darüber freute sich natürlich auch Michels Ehefrau Sigrun.

Limburg-Weilburg. Rund 200 Ehrengäste haben Landrat Manfred Michel mit minutenlangen stehenden Ovationen in den bevorstehenden Ruhestand verabschiedet. Neben den zahlreichen Projekten, die Michel in seiner zwölfjährigen Dienstzeit erfolgreich umgesetzt hatte, betonten alle Rednerinnen und Redner seine menschlichen Vorzüge. Ministerpräsident Volker Bouffier verlieh ihm den Hessischen Verdienstorden. 

Christdemokrat Manfred Michel hat in seinen zwölf Jahren als Landrat und auch den sieben zuvor als Erster Kreisbeigeordneter stets parteiübergreifend gewirkt. Dies war während seiner Verabschiedung immer wieder zu hören. „Und ich habe in dieser Zeit allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landkreises sehr gerne gedient“, betonte der 65-Jährige in der Villmarer König-Konrad-Halle. Michel stellte in seiner Dankesrede eine „tolle Mannschaft“ in der Kreisverwaltung in den Mittelpunkt und bedankte sich zudem bei vielen Mitstreitern und Wegbegleitern aus Politik und Gesellschaft: „Die Erfolge sind das Ergebnis guter Teamarbeit – und auch von etwas Glück, das wir in vielen Situationen gehabt haben. Dank des wirklich außergewöhnlichen Miteinanders in Kreisausschuss und Kreistag haben wir in den vergangenen Jahren sehr viel umsetzen können.“ 

Aber Manfred Michel machte auch deutlich,  dass er zum Jahresende mit ein wenig Wehmut als Landrat aufhöre. „Landrat ist nämlich ein Traumjob“, sagte er unter dem Applaus der zahlreichen Gäste. Insgesamt war Michel ab März 2000 knapp 19 Jahre für den Landkreis Limburg-Weilburg aktiv: bis 2006 als Erster Kreisbeigeordneter und seit dem 1. Januar 2007 als Landrat. Michel: „Die 19 Jahre waren anstrengend, aber auch erfüllend für mich.“ Vor allem das gewaltige Schulbauprogramm in einer Größenordnung von rund 250 Millionen Euro, das vom Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft abgewickelt wurde, den Manfred Michel selbst 2008 nicht zuletzt zu diesem Zweck gegründet hatte, fand in seiner Bilanz besondere Erwähnung. Ferner betonte er den Breitband- und Straßenausbau, Sozial- und Jugendpolitik sowie die beispielhafte Sportförderung des Landkreises Limburg-Weilburg. Besonders stolz aber ist der Landrat Manfred Michel darauf, wie sich die Kreisverwaltung Limburg-Weilburg unter seiner Führung zu einem bürgerorientierten Dienstleistungsunternehmen entwickelt habe und wie beispielhaft die Flüchtlingskrise im Landkreis ohne Delegation an die Kommunen und Schließung von Sporthallen bewältigt worden sei. 

Ministerpräsident Volker Bouffier sprach in seiner Rede von einem „Gesamtkunstwerk“ – bezogen auf das Ehepaar Sigrun und Manfred Michel. Bouffier unterstrich mehrfach seine große Wertschätzung für Manfred Michel und erinnerte auch an dessen Zeit als Architekt im Hessischen Staatsbauamt, als der Elzer unter anderem für die Sanierung von Kloster Eberbach verantwortlich gezeichnet hatte. Der Ministerpräsident gratulierte Michel zu einer „herausragenden Lebensleistung“ und dankte ihm für sein „unermüdliches Engagement für die Gemeinschaft sowie seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger seiner Heimat.“ Manfred Michel habe den Landkreis Limburg-Weilburg „in ganz hervorragender Weise geprägt“ und sei zu seinem Gesicht geworden. Für all dies erhielt der scheidende Landrat schließlich den Hessischen Verdienstorden aus den Händen des Ministerpräsidenten. Der Kreistagsvorsitzende Joachim Veyhelmann betonte, Michel habe sich mit ganzer Kraft für die Region eingesetzt und viele pfiffige Ideen entwickelt, wobei er insbesondere auf die Gründung des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft anspielte. In die gleiche Kerbe schlugen im Anschluss auch Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, Silvia Scheu-Menzer für die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises, der Büroleitende Beamte der Kreisverwaltung, Michael Lohr, der Personalratsvorsitzende Christoph Heun sowie die beiden Vorstände der Kreissparkassen Limburg und Weilburg, Patrick Ehlen und Stefan Hastrich. Persönliche Worte fand zum Abschluss der Kreisbeigeordnete Helmut Peuser.