Schnelles Internet für alle


Vertragsunterzeichnung Im Kreishaus: (sitzend von links) Frank Bothe (Telekom) Kreisbeigeordneter Berthold Weikert, Landrat Manfred Michel und Andreas Adams (Telekom).

Limburg-Weilburg. Bis Mitte 2016 wird die Telekom im Kreis Limburg-Weilburg die Breitbandverkabelung für die Versorgung mit dem schnellen Internet herstellen. Dann werden im gesamten Landkreis Internetverbindungen mit Leistungen von 30 bis 50 Megabit in der Sekunde möglich sein. Den Vertrag über die Verlegung von 216 Kilometer Glasfaser wurde nun zwischen der Telekom und dem Landkreis Limburg-Weilburg unterzeichnet. Im Limburger Kreishaus setzten der für den Breitbandausbau in Deutschland zuständige Vorstandsbeauftragte der Telekom, Ulrich Adams, und Landrat Manfred Michel ihre Unterschrift unter das Vertragswerk.
Landrat Michel sprach vor Bürgermeistern und Vertretern der 19 Kommunen von einem großen Tag für den Landkreis und die Gemeinden: „Wir sind der erste Landkreis in Hessen und möglicherweise deutschlandweit, der diese Variante der medialen Zukunftssicherung ohne die Gründung einer GmbH oder eines Zweckverbandes auf den Weg gebracht hat“, sagt Michel und fügte an: „Die kommunale Familie hat hervorragend funktioniert“.
Große Verdienste habe sich in der Sache der frühere Beselicher Bürgermeister Martin Rudersdorf von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft erworben. Ihm als Organisationsleiter sei es zu verdanken, so Michel, dass das Projekt mit der Telekom in der kommunalen Zusammenarbeit gestemmt werden konnte. Landkreis und alle Städte und Gemeinden hatten eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Darin die gemeinsame Zahlung einer so genannten Grabenhilfe vereinbart, ein Zuschuss zu den Kosten für die Erd- und Tiefbauarbeiten.

Die Kosten für Kreis und Kommunen belaufen sich auf insgesamt 5,5 Millionen Euro. Der Kreis zahlt zwei Millionen. 3,5 Millionen Euro werden über einen Schlüssel auf die Städte und Gemeinden umgelegt. Das Land beteiligt sich mit 100 000 Euro an dem Projekt.
Ulrich Adams vom Telekom-Vorstand betonte, dass nicht in allen Gemeinden gleichzeitig begonnen werden könne und bat um Verständnis dafür. Die Umsetzung erfolge in verschiedenen Abschnitten und solle in 24 Monaten vollendet sein. Die erste Gemeinde solle noch in diesem Jahr schnell im Internet surfen können. Für etwa die Hälfte der zu verlegenden Glasfaserkabel brauche wegen bereits verlegter Leerrohre nicht gegraben zu werden. Es müssten aber Bauanträge für über 300 der größeren Multifunktionsgehäuse abgestimmt werden, erklärte Adams.
Bauliche Maßnahmen am Haus oder in der Wohnung des Kunden seien nicht erforderlich. Die Telekom werde laut Vertrag den Ausbau für eine Versorgung mit 30 bis 50 MBit/s sicherstellen. In einem zweiten Schritt werde auch die Vectoring-Technologie eingeführt, dadurch werden beim Herunterladen für viele Haushalte Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s technisch möglich sein. Beim Heraufladen kann sich die Geschwindigkeit von 10 auf 40 MBit/s sogar vervierfachen.
Als Sprecher der Bürgermeister würdigte Werner Schlenz (Brechen) das gemeinschaftliche Projekt. Die Parlamente hätten meist einstimmig für den Breitbandausbau votiert. Er bezeichnete den interkommunalen Vertag als Modell für weitere gemeinsame Vorhaben in der Region.