„Woche der Demenz 2026“ endet mit positiven Eindrücken

Fachdienstleiterin Dr. Christine Eickenboom (links) begrüßte Regina Petri von der Alzheimer Gesellschaft Wiesbaden e.V.

Limburg-Weilburg. Die vom Sozialamt des Landkreises Limburg-Weilburg organisierte „Woche der Demenz 2026“ endete trotz des ernsten Themas mit vielen positiven Eindrücken für Veranstaltende und Teilnehmende. In der Zeit vom 22. bis 25. September bestand die Möglichkeit, an einem vielfältigen Angebot aus Vorträgen, Workshops und einem Filmabend mit Podiumsdiskussion, durchgeführt von der Selbsthilfekontaktstelle des Gesundheitsamtes, teilzunehmen. 

Dieser hatte am Dienstagabend unter der Überschrift „Nicht allein mit Demenz: Bewegende Einblicke und wichtige Impulse für Demenzerkrankte und pflegende Angehörige“ stattgefunden. Sichtbar berührenden Kurzfilmen war eine angeregte Diskussion über die Erfordernisse und Möglichkeiten der Unterstützung im Alltag für die Betroffenen gefolgt, in deren Rahmen das anwesende Publikum mit Fachleuten ins Gespräch kommen konnte. Die Ärzte Prof. Dr. Christoph Fehr und Dr. Franz Bossong brachten die psychiatrische und medizinische Sicht ein, Dr. Gundi Heuschen die Perspektive des Gesundheitswesens. Der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer vertrat den Landkreis, während Michelle Bautz, Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle Limburg-Weilburg, die Möglichkeiten der Selbsthilfe erläuterte. 

Regina Petri von der Alzheimer Gesellschaft Wiesbaden e.V. referierte am Mittwoch in zwei Fachvorträgen über die Auswirkungen von Demenz, über Risikofaktoren und über Möglichkeiten, wie Vorbeugung gegen diese bisher nicht heilbare Erkrankung aussehen kann. So erfuhren die Zuhörenden von überraschend einfachen Mitteln wie dem, alltägliche Routinen immer wieder mit der ungeübten Hand auszuführen, um die jeweils andere Gehirnhälfte zu schulen und damit Reserven zu schaffen. Schwerhörigkeit im Alter sei eines der stärksten Risikofaktoren für eine spätere Demenz, das sich durch eine rechtzeitige Versorgung mit einem Hörgerät deutlich senken lasse. Aber auch Ernährung und Bewegung wurden in den Blick genommen, immer begleitet von Erfahrungen aus Regina Petris Beratungstätigkeit, die trotz der Schwere des Themas auch humorvolle Akzente setzten und dadurch zu einer aufgelockerten Atmosphäre beitrugen. Eine Aussage des Gerontologen Tom Kidwood legte Regina Petri allen Zuhörenden besonders an Herz -  im Vordergrund der Betrachtung müsse immer die Person, nicht die Krankheit stehen. Mit dieser Herangehensweise falle es deutlich leichter, die ja durchaus vorhandenen schönen Momente mit den Erkrankten zu erkennen und zu genießen.

Wie schon beim Filmabend waren die Teilnehmenden auch hier eingeladen, ihre eigenen Erlebnisse zu schildern. Fragen konnten anschließend außerdem noch an Stefanie Pütsch und Simone Schlitt von der Leitstelle „Älter werden“ oder an Yvonne Stroech und Frauke Heibel vom Pflegestützpunkt gerichtet werden. Bei größerem Gesprächsbedarf konnten bereits weitere Beratungstermine vereinbart werden.

Den Abschluss der Woche bildete der Workshop „Demenz und die fünf Sinne“ unter der Leitung von Yvonne Stroech vom Pflegestützpunkt. Sie stellte hier das Konzept der basalen Stimulation vor, mit dem das Erinnerungsvermögen von Menschen mit Demenz über die Sinne aktiviert werden soll. Dabei führte sie aus, dass beispielsweise beim Kontaktaufbau unbewusst mehrere Sinne angesprochen werden, am offensichtlichsten das Sehen und das Hören. Auch durch Berührung werden wichtige Informationen vermittelt und wahrgenommen. Viele dieser Dinge passieren unbewusst. Ein Ziel des Workshops war es, sich diese Dinge ins Bewusstsein zu holen, was Yvonne Stroech dann auch eindrucksvoll unter anderem mithilfe von Duftölen, Gewichtsdecken, Stofftieren oder Brillen zeigte.

Die „Woche der Demenz“ wurde vom Sozialamt des Landkreises Limburg-Weilburg organisiert und fand in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfekontaktstelle Limburg-Weilburg statt. Bei Fragen zum Thema Demenz wenden sich Interessierte an die Leitstelle Älter werden, Tel. 06431-296 893 und 06431- 296 523; oder an den Pflegestützpunkt des Landkreises Limburg- Weilburg, Tel. 06431-296 375 und 06431-296 376.