Limburg-Weilburg. Landrat Michael Köberle hat den Büroleitenden Beamten, Kämmerer und Leiter des Amtes für Finanzen und Organisation der Kreisverwaltung Limburg-Weilburg, Michael Lohr, im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Kreishaus in Limburg in den Ruhestand verabschiedet. Landrat Köberle dankte Michael Lohr für dessen großes Engagement zum Wohle der Kreisverwaltung und blickte gemeinsam mit Weggefährtinnen und Weggefährten auf die Amtszeit der scheidenden Führungskraft zurück.
Der Einstieg von Michael Lohr als Kämmerer, also Amtsleiter der Kämmerei, wurde vom Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg zum 1. April 2001 beschlossen. Damals wechselte er von der Abteilungsleitung Kommunal- und Finanzaufsicht beim staatlichen Landrat zur kommunalen Kreisverwaltung. In den darauffolgenden Jahren wurde die Amtsleitung Kämmerei auf den Bereich Finanzen und Organisation erweitert. Ab 2008 erfolgte zusätzlich die Übertragung der kaufmännischen Leitung des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft. Zum 1. Oktober 2011 wurde ihm – ebenfalls zusätzlich – die Büroleitung der Kreisverwaltung übertragen. Der erste Kreishaushalt unter der Verantwortung von Michael Lohr als Kämmerer war der Nachtragshaushalt 2001 mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Insgesamt befand sich der Landkreis Limburg-Weilburg mit seiner finanziellen Leistungsfähigkeit ganz am Ende der 21 hessischen Landkreise. Im Zuge der Banken- und Finanzkrise schaukelte sich im Jahr 2008 das jahresbezogene Defizit auf 72 Millionen Euro und damit auf den Spitzenwert hoch. Im Jahr 2008 erfolgten dann – auch unter seiner Verantwortung – die Umstellung des Rechnungswesens von der Kameralistik auf die Doppik sowie die Gründung des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft.
Bis zum Jahr 2015 lief ein kumuliertes, geplantes Defizit von über 300 Millionen Euro auf, das komplett über Kassenkredite finanziert werden musste. Die wirtschaftliche und sparsame Haushaltsführung im Landkreis Limburg-Weilburg, verbunden mit einer Reform des Kommunalen Finanzausgleichs sowie der Hessenkasse als Soforthilfe des Landes Hessen, führte dazu, dass seit dem Jahr 2016, mithin gut zehn Jahre, die jährlichen Kreishaushalte ausgeglichen beziehungsweise mit Überschüssen gefahren werden. Inzwischen rangiert der Landkreis Limburg-Weilburg – bezugnehmend auf seine Haushaltslage – an der Spitze der hessischen Landkreise. Aktuell kommt es wieder zu strukturellen Schieflagen in den Kommunen – aufgrund von fehlenden Reformen, insbesondere im sozialen Bereich.
In seiner Amtszeit seit dem 1. April 2001 hat Michael Lohr somit 26 Haushalte und 18 Nachtragshaushalte, also insgesamt 44 Haushaltssatzungen, verantwortet.