Limburg-Weilburg. Landrat Michael Köberle hat 25 ehrenamtlichen Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetschern die entsprechenden Zertifikate überreicht. Die Kreisverwaltung Limburg-Weilburg baut einen WIR-Dolmetscherpool auf und sucht auch künftig Bürgerinnen und Bürger, die Interesse und Zeit haben, sich als Sprachmittlerinnen und Sprachmittler ehrenamtlich zu engagieren. Dies können Menschen sein, die neben der deutschen Sprache eine oder mehrere Fremdsprachen fließend sprechen und kulturelles Hintergrundwissen mitbringen. Bei vielen Alltagssituationen, in denen keine professionellen Dolmetscherinnen oder Dolmetscher verfügbar sind, helfen ehrenamtliche Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher dabei, Sprachbarrieren aus dem Weg zu räumen. Sie sorgen damit auch für ein Mehr an gegenseitiger Verständigung und gutem Miteinander. Dabei arbeiten sie eng mit der Verwaltung zusammen und unterstützen Behörden, Ämter und Bildungseinrichtungen im Kontakt mit zugewanderten Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse. Es handelte sich diesmal bereits um die dritte Schulungsrunde des erfolgreichen Projekts, wodurch der WIR-Dolmetscherpool fast 100 Personen umfasst. Fachlich unterstützt wurde die Schulungsrunde auch diesmal wieder durch die Sprach- und Kulturwissenschaftlerin Dr. Garda Elsherif.
Vor ihrem ersten Einsatz wurden die Dolmetscherinnen und Dolmetscher über ihre Rollen und Grenzen ausführlich informiert sowie entsprechend geschult. Die Basisqualifizierung beinhaltete 26 Unterrichtseinheiten und endete nun mit der feierlichen Zertifizierung. „Unser Aufruf, dass wir ehrenamtliche Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher suchen, stieß auf große Resonanz. Die neuen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler wurden professionell geschult und haben zudem auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Kreisverwaltung wichtigen Input bekommen. Dabei wurde Wissen in den Themengebieten Grundzüge des Dolmetschens, Gesundheitssystem sowie Ausländer-, Jugend- und Sozialamtswesen vermittelt“, erläuterte Landrat Köberle. Das Projekt wird durch das WIR-Vielfaltszentrum des Landkreises Limburg-Weilburg organisiert und durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales gefördert.
„Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher sind wichtige interkulturelle Brückenbauer. Sie leisten durch ihre multilingualen Sprachkenntnisse einen wesentlichen Beitrag zur Integration und Verständigung zwischen den neuangekommenen Migrantinnen und Migranten sowie der deutschen Aufnahmegesellschaft“, so der Landrat weiter. Viele der neuen Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher berichteten, dass sie durch ihr Engagement die Unterstützung zurückgeben wollten, die sie selbst früher erfahren hätten. Denn die meisten Übersetzerinnen und Übersetzer haben selbst einen Migrationshintergrund und hatten in Deutschland anfangs teils auch mit sprachlichen Problemen zu kämpfen. Landrat Michael Köberle ist sich sicher: „Die sprachliche Unterstützung durch die Sprachmittlerinnen und Sprachmittler ist von erheblicher Bedeutung für den Abbau von vorhandenen Sprachbarrieren.“ Denn gerade beim Ankommen seien zahlreiche bürokratische Dinge zu erledigen, ob es um die Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis geht, ein Aufnahmegespräch in den Kindergarten, die medizinische Begleitung zum Arzt oder die Erläuterung eines Mietvertrages. Immer dann, wenn komplexe Sachverhalte zu erklären sind, reichen oftmals die Kenntnisse aus dem Deutschkurs nicht aus, um sich zu verständigen.
Die Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher helfen nicht nur den Migrantinnen und Migranten, eine Verständigung herzustellen und sie mit den staatlichen Regelstrukturen vertraut zu machen. Sie helfen auch den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Behörden. „Zudem besitzen die Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher eine Vorbildfunktion, die deutsche Sprache zu erlernen. Denn das gute Beherrschen der deutschen Sprache stellt die Ausgangsbasis für weitere Integration dar, sowohl in beruflicher als auch in gesellschaftlicher Hinsicht“, so Landrat Köberle abschließend.
Diese neuen Laiendolmetscherinnen und Laiendolmetscher wurden zertifiziert: Amekian Ahmad, Asha Ahmed Sheikh, Atusa Heydari, Fayoz Husanboev, Furkan Güner, Gergies Afram, Gülhan Mutlu, Habibullah Shayagan, Iryna Malykhina, Kawsar Saidy, Khairullah Nasiry, Marjaneh Shakerardkani, Mehri Fazlollahi, Mohammed Moslem Farhang, Natalia Pashkova, Nataliia Salman, Naveen Ghandi, Ossama Subeh, Rahmatullah Ziarmal, Raiana Dadueva, Reza Kargar Bahr Khazar, Samira Osman Shire, Shaiq Ahmad Noori, Valentina Koch und Yuliia Rekhta.