„Gemeinsam stärker“ – Tag der Selbsthilfe am 20. September 2025 in Limburg

Jörg Sauer (Erster Kreisbeigeordneter), Dominik Verclas (Verwaltungsleiter Gesundheitsamt), Michelle Bautz (Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle), Bernd-Rainer Volz (Selbsthilfegruppe TOS), Udo Zander (Selbsthilfegruppe Adipositas), Cornelia Paul (Selbsthilfegruppe Zöliakie), Tanja Gruschke und Sindy Özmen (Selbsthilfegruppe Muskel- und Gelenkerkrankte) sowie Hans-Jürgen Eck (Parkinson Regionalgruppe Limburg-Weilburg).

Limburg. Unter dem Motto „Gemeinsam stärker“ findet am Samstag, den 20. September 2025, der Tag der Selbsthilfe in Limburg statt. Von 10:00 bis 15:00 Uhr präsentieren sich in der Josef-Kohlmaier-Halle und auf dem Europaplatz 52 Selbsthilfegruppen und Beratungseinrichtungen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg.

Die Veranstaltung bietet Betroffenen, Angehörigen und Interessierten die Möglichkeit, sich über die vielfältigen Unterstützungsangebote in der Region zu informieren, wertvolle Kontakte zu knüpfen und sich aktiv an verschiedenen Mitmach-Aktionen zu beteiligen. In der Stadthalle finden Präsentationen der Selbsthilfegruppen statt, während auf dem Europaplatz Aktionsstände wie die Erste Hilfe des DRK Limburg und der Ping-Pong-Parkinson-Tischtennis angeboten werden.

Ein besonderes Highlight des Tages ist der Fachvortrag „Was würde unser Körper sagen, wenn er sprechen könnte?“ der bekannten Ärztin und Autorin Samira Peseschkian. Die Referentin beleuchtet das Thema chronische Erkrankungen aus zwei Perspektiven – als Ärztin und als Betroffene. Sie beschreibt, wie unser Körper durch Symptome mit uns „kommuniziert“ und wie wir lernen können, diese Signale zu deuten und besser damit umzugehen.

Bei einem Pressegespräch im Vorfeld zur Veranstaltung kamen verschiedene teilnehmende Selbsthilfeaktive zusammen, um sich über Ihre Arbeit in den Selbsthilfegruppen auszutauschen. Bernd-Rainer Volz von der Selbsthilfegruppe Thoraxic-Outlet-Syndrom sagte: „Der Tag der Selbsthilfe ist wichtig, um die Sensibilität der Bevölkerung zu schärfen und die Arbeit unserer Gruppen in die Öffentlichkeit zu bringen.“ Er betonte zudem: „Die Förderung der Selbsthilfegruppen durch den Landkreis ist in dieser Form einzigartig. Wir fühlen uns bei der Selbsthilfekontaktstelle sehr gut aufgehoben.“ Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer konnte das Lob nur zurückgeben: „Die Selbsthilfegruppen sind eine große Stütze unserer Gesellschaft. Ohne sie wäre vieles nicht zu bewältigen.“

Ein weiteres Beispiel für die aktive Selbsthilfearbeit ist die Adipositas-Gruppe. Leiter Udo Zander gründete für Betroffene eine Bewegungsgruppe und eine Gesprächsgruppe mit großem Zulauf. „Denn in der Reha hat man Austausch mit Betroffenen und es wird sich viel bewegt und danach passiert dann oft nichts“, so Zander.

Hans-Jürgen Eck von der Parkinson-Regionalgruppe berichtete, dass monatlich in Steeden 25 Betroffene zu gemeinsamen Gesprächen und Austausch zusammenkämen. Seit diesem Jahr gebe es in Offheim zusätzlich noch ein wöchentliches Ping-Pong-Parkinson-Angebot. Das gemeinsame wöchentliche Tischtennis sei gut für die Koordination, erklärte Eck. Öffentlichkeitsarbeit sei für die Selbsthilfegruppen wichtig, „auch um möglicherweise später Betroffene auf ein Thema aufmerksam zu machen.“

Tanja Gruschke von der Selbsthilfegruppe Muskel- und Gelenkerkrankte betonte, dass es wichtig sei, neben körperlichen Beeinträchtigungen auch auf Einschränkungen wie psychische Erkrankungen aufmerksam zu machen, die man den Betroffenen nicht sofort ansehe. Bernd Volz ergänzte, man werde oft als Faulenzer stigmatisiert, wenn eine Einschränkung nicht sichtbar sei.

Cornelia Paul von der Selbsthilfegruppe Zöliakie merkte an, dass es wichtig sei, dass Restaurants und Seniorenheime darauf achteten, Inhaltsstoffe von Essen zu benennen bzw. im Idealfall für die darauf Angewiesenen Gluten-freie Speisen anzubieten.

Der Tag der Selbsthilfe steht ganz im Zeichen der gegenseitigen Unterstützung und des Erfahrungsaustauschs. Menschen, die von chronischen Erkrankungen, Behinderungen oder anderen gesundheitlichen Herausforderungen betroffen sind, finden hier eine Plattform, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und wertvolle Informationen über bestehende Hilfsangebote zu erhalten.

Der Tag der Selbsthilfe wird durch die freundliche Unterstützung der GKV-Selbsthilfeförderung ermöglicht. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Selbsthilfekontaktstelle telefonisch unter 06431 296-635, mobil unter 0160 90714155, per Mail an selbsthilfe@limburg-weilburg.de sowie unter www.selbsthilfe-limburg-weilburg.de.