Landkreis Limburg-Weilburg geht mit „Reanimationsregister“ neue Wege - Patienten nach Reanimation lückenlos verfolgen


Kiel/Limburg/Nürnberg. Einen wiederbelebten Patienten bis zu seiner Krankenhaus-Entlassung lückenlos zu verfolgen und das Ergebnis seiner Versorgung zu bewerten: Das ist in der Regel kaum möglich. Der Landkreis Limburg-Weilburg geht hier jetzt mit Hilfe des „Deutschen Reanimationsregisters“ neue Wege.

Anfang September ist der Landkreis mit allen Rettungswachen, Notarztstandorten und Krankenhäusern dem „Deutschen Reanimationsregister“ beigetreten. Damit wird in diesem Gebiet nun eine vollständige Verfolgung eines reanimierten Patienten vom Notfallort über den Rettungstransport und die Krankenhaus-Versorgung bis hin zu seiner Entlassung möglich. Alle Daten zu seinem Krankheitsverlauf nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand werden zentral gesammelt und können dann Aufschluss über die Qualität der Versorgung geben: „Ein solches Projekt ist bisher einmalig und ermöglicht uns im Landkreis nun eine besonders genaue Analyse der Abläufe“, erklärt Professor Jan-Thorsten Gräsner, Leiter des „Deutschen Reanimationsregisters“ der „Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ (DGAI).

Zunächst übertragen Rettungsdienst und Notärzte nach dem Reanimationseinsatz ihre Daten an das Register. Die Ärzte im aufnehmenden Krankenhaus führen den Fall dann weiter und ergänzen Angaben und Messwerte mit ihren Informationen zur Versorgung. Ganz entscheidend: Zum Schluss wird vermerkt, in welchem Zustand der Patient das Krankenhaus verlässt. So lässt sich feststellen, wie gut die Versorgungskette funktioniert, wo der Landkreis Limburg-Weilburg im bundesweiten Vergleich steht und welche Schritte möglicherweise verbessert werden können.

Teilnehmer aus dem Landkreis Limburg-Weilburg sind das Kreiskrankenhaus Weilburg, die Vitos-Weil-Lahn-Klinik Weilmünster und das St. Vincenz-Krankenhaus Limburg sowie die Notarzt-Standorte in Limburg, Weilburg und Bad Camberg. Die Kliniken treten dem „Deutschen Reanimationsregister“ als innerklinische Teilnehmer bei. Sie werden ihre Notfallversorgung mit dem speziellen Protokoll „Notfallteam“ dokumentieren. „Die gewonnenen Daten helfen ihnen dann auch beim Qualitätsmanagement. Der Landkreis finanziert das gesamte Projekt“, so der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung.

Das „Deutsche Reanimationsregister“ gilt als Vorbild in der Versorgungsforschung. Seit der Gründung 2003 wurden mehr als 175.000 Daten aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich und Luxemburg gesammelt. Die Daten dienen auch dazu, wichtige medizinische Studien zur Herz-Lungen-Wiederbelebung zu schreiben und Leitlinien zur Reanimation weiterzuentwickeln.