„100 Jahre Frauenwahlrecht“ Aktionen im Landkreis Limburg-Weilburg


Als die Frauen endlich wählen durften

Das Frauenwahlrecht in Deutschland feiert 100. Geburtstag. Die staatsbürgerliche Gleichstellung wurde den Frauen nicht geschenkt. Über Generationen hinweg musste das Frauenwahlrecht dem Patriarchat abgerungen werden.1918, in der Weimarer Republik, bekamen Frauen endlich das gesetzlich verankerte Wahlrecht. Im Januar 1919 durften Frauen erstmals in Deutschland bei der Wahl zur deutschen Nationalversammlung abstimmen und gewählt werden.

82 Prozent der Frauen gingen an die Urnen und 37 weibliche Abgeordnete erhielten ein Mandat, ein Anteil von 9 Prozent.

Frauen meldeten sich von nun an zu allen politischen Fragen, die im Parlament verhandelt wurden, zu Wort. Sie brachten Themen in Gesetzgebungsverfahren ein, die die Lebenslagen und Interessen von Frauen besonders betrafen. Diese neue Situation stieß nicht nur auf Akzeptanz. Männliche Politiker werteten Frauenthemen oft ab und es entstand ein innerparteilicher Konkurrenzkampf.

Viele dieser Themen sind bis in die Gegenwart hinein aktuell, wie etwa berufliche Bildung, Berufswahl, Erwerbstätigkeit, Lohnungleichheit oder die gleichzeitige Zuständigkeit für Kinder, Familie und Haushalt.

Heute nehmen Frauen in Deutschland selbstverständlich am öffentlichen politischen Leben teil. Heute diskutieren wir weniger über Frauen als Wählerinnen als über Frauen als Repräsentantinnen und Entscheiderinnen in den Parlamenten.

Im Bundestag ist der Frauenanteil nach der Wahl 2017 erheblich zurückgefallen, er liegt aktuell noch bei 30,7 Prozent. 


Kaum eine Errungenschaft der Frauenbewegung veränderte das Leben aller Frauen so nachhaltig wie die gesetzliche Verankerung des Frauenwahlrechtes

Heute sind Frauen als Inhaberinnen politischer Ämter oder in Führungspositionen selbstverständlich und akzeptiert. 

Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Grundgesetz 1949

Der kleine Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ im Grundgesetz teilte das Schicksal des Frauenwahlrechts. Es kam zu erbittertem männlichen Widerstand!

Welchen Zündstoff enthielt dieser Satz? Der Verfassungsgrundsatz hatte zur Folge, dass alle Gesetze des Bürgerlichen Gesetzbuches überprüft und gegebenenfalls geändert werden mussten. Bis dahin gab das Bürgerliche Gesetzbuch dem Mann in allen Bereichen, ob privates Vermögen oder Rechtsstellung in der Ehe, die Entscheidungsbefugnis über die Frau.

1957 wurde das erste Gleichstellungsgesetz verabschiedet, erst 1977 wurde das Ehe- und Familienrecht, das beispielsweise die Hausfrauenehe als Leitbild festschrieb, reformiert.

Seit 1994 gibt es den Zusatz im Grundgesetz: 
Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

Aktionen:
Kinoabend:

Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Frauenwahlrecht“ in Deutschland wird am Donnerstag, 11. Oktober 2018, um 18 Uhr in der Aula der Adolf-Reichwein-Schule ein Kinoabend angeboten. Gezeigt wird der Fernsehfilm (2014) „Die Sternstunde ihres Lebens.

Ein Film über die Politikerin Elisabeth Selbert, die sich 1948/49 für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern einsetzte. 

Sie schaffte es trotz erheblichen Widerstandes, dass der Artikel 3, Absatz 2, „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, ins Grundgesetz aufgenommen wurde.

Der Film vermittelt einen lebendigen Eindruck vom Kampf um das Grundrecht für alle Frauen in Deutschland.

Ausstellung:

Am 10. und 11. Oktober 2018 ist die Ausstellung „Die Mütter des Grundgesetzes“  in der Adolf-Reichwein Schule in Limburg, Heinrich-von-Kleist-Straße 14, von 10 bis 15 Uhr geöffnet.

Musik &Tanz:

Zum Ausklang des diesjährigen Frauenforums laden die Veranstalterinnen aus dem Arbeitskreis Frau & Beruf  am Freitag, 12. Oktober 2018, um 19 Uhr in die Kleinkunstbühne „Thing“ ein, die sich in der Stadthalle Limburg befindet. Den musikalischen Teil des Abends übernimmt die Sopranistin Annabelle Blecker.

Alle interessierten Frauen sind herzlich eingeladen.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei.