Einweihung des neuen Oberlahnbades in Weilburg mit rund 100 Gästen - Landrat Manfred Michel eröffnet ein „Schmuckstück“


Landrat Manfred Michel freute sich bei der symbolischen Schlüsselübergabe gemeinsam mit den Architekten Matthias Losacker und Sebastian Neuhaus (von links).

Das ist Tradition: Kreishallenbad-Geschäftsführer Thorsten Roth musste auch ein Bad nehmen.

Dagmar Jörgensmann-Ali (links) wurde von Projektleiterin Marie Gudorf als erster Badegast im neuen Oberlahnbad begrüßt.

Limburg-Weilburg. „Wir eröffnen heute ein echtes Schmuckstück“, betonte Landrat Manfred Michel bei der Eröffnung des neu aufgebauten Weilburger Kreishallenbads, das nun offiziell „Oberlahnbad“ heißt. Bei einem Empfang in der Schwimmhalle, zu dem Kreistagsmitglieder, Landtagsabgeordnete und fast alle Bürgermeister der Oberlahnregion gekommen waren, wurde das Bad von allen Rednerinnen und Rednern für sein großartiges Ambiente und zugleich auch für seine Funktionalität gelobt.

Landrat Michel unterstrich in seiner Rede: „Während überall Bäder geschlossen werden, haben wir uns entschieden, mit dem Neubau des Kreishallenbads etwas für Sport und Gesundheit der Bevölkerung zu tun, und dies generationenübergreifend.“ Bei 26 Grad Wassertemperatur im Sportbecken und 32 Grad im Therapiebecken könnten sich alle Gäste auf das neue Bad freuen. Das Besondere sei, dass es im Sommer den Charakter eines überdachten Freibades aufweise. Die Glaswände zur Außenterrasse hin ließen sich öffnen, sodass sich die Badegäste auf der barrierefrei erreichbaren Liegewiese aufhalten und natürlich auch ins Wasser gehen könnten. Die drei Saunen bieten außerdem Platz für 35 Menschen. Die Öffnungszeiten wurden nach den Worten des Landrates im Vergleich zum früheren Kreishallenbad deutlich erweitert: Das Bad ist nun 82 Stunden pro Woche offen, die Sauna hat sogar 92 Stunden geöffnet. „Das ist ein Angebot, das in der ganzen Region seinesgleichen sucht“, sagte Manfred Michel. Der Landrat wies auch auf die finanzielle Beteiligung des Landes Hessen mit einer Million Euro und fast aller Oberlahn-Kommunen mit insgesamt 380.000 Euro hin. Insgesamt hat das Bad rund zehn Millionen Euro gekostet. 

Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich betonte, dies sei eine „gute Entscheidung für die Oberlahnregion“. Auch Dr. Ullrich machte darauf aufmerksam, dass die Eröffnung von Schwimmbädern derzeit eine Ausnahme darstelle und deshalb dieser Schritt des Landkreises Limburg-Weilburg sehr zu begrüßen sei. Weilburgs Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch dankte Landrat Manfred Michel dafür, dass er mit dem Oberlahnbad seinem politischen Auftrag, „für Menschen da zu sein“, sichtbar nachgekommen sei. 

Auf die besondere Lage des Baukörpers und einige seiner Besonderheiten machte Architekt Matthias Losacker aufmerksam. Besonders wichtig sei die gute Sichtbeziehung zu den Weilburger Wahrzeichen, dem Schloss, der Lahn, der Oberlahnbrücke und dem Schiffstunnel. „Herzstück des Bades ist das Bistro, das von Sauna- und Schwimmbadgästen, aber auch von Radfahrern und Wanderern genutzt werden kann, die nicht Gäste des Oberlahnbades sind“, erläuterte der Architekt. Losackers Kollege Sebastian Neuhaus nannte Zahlen: Die Wasserfläche beträgt 345 Quadratmeter, beide Becken fassen zusammen 585.000 Liter Wasser, so viel wie in 3900 Badewannen passt. Die Energie liefert ein Blockheizkraftwerk, das 115 kw/h Wärme und 70 kw/h Strom erzeugt. 37 Kilometer Kabel wurden verlegt, 300 Tonnen Stahlbeton verbaut und 270 Zeichnungen angefertigt. 50 Handwerksbetriebe haben an dem neuen Bad gewirkt, sodass mit dieser Maßnahme auch etwas für die heimische Konjunktur getan worden sei. 

Den laufenden Betrieb erledigt in den ersten beiden Jahren nicht der Landkreis selbst, sondern die Deutsche Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft aus Herne. 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um das Bad und dessen Gäste. Und nachdem Mitglieder der Weilburger DLRG das Wasser dann erstmals offiziell in Bewegung gesetzt hatten, mussten auch Hallenbad-Geschäftsführer Thorsten Roth und Architekt Matthias Losacker baden gehen, und zwar in voller Montur. Den kirchlichen Segen erteilten Pfarrer Rolf Ringleb von der evangelischen und Gemeindereferentin Brita Höhler von der katholischen Kirchengemeinde. Das Oberlahnbad ist dienstags und donnerstags von 6.30 bis 21 Uhr und an allen übrigen Tagen von 8 bis 21 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet acht Euro, ermäßigt sechs Euro. Und am ersten Öffnungstag stand um Punkt 8 Uhr mit Dagmar Jörgensmann-Ali aus Merenberg auch gleich der erste Badegast parat.