Landrat Manfred Michel übergibt Förderbescheide an fünf Kommunen - Landkreis Limburg-Weilburg fördert den „Preisgünstigen Wohnungsbau“


Große Freude bei der Übergabe der ersten Förderbescheide für preisgünstigen Wohnungsbau (von links): Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke, der Selterser Bürgermeister Bernd Hartmann, Hadamars Bürgermeister Michael Ruoff und der Vorsitzende der Baugenossenschaft Hadamar, Hans Beresko, Landkreis-Kämmerer Michael Lohr, Landrat Manfred Michel, Mengerskirchens Bürgermeister Thomas Scholz und Löhnbergs Bürgermeister Dr. Frank Schmidt.

Limburg-Weilburg. Im Landkreis Limburg-Weilburg fehlen bis 2030 insgesamt rund 1500 Wohnungen. So lautete das Fazit eines Gutachtens, das der Landkreis beim Institut Wohnen und Umwelt (IWU) in Auftrag gegeben hatte. Der Kreistag hat den seitens des Instituts in seinem Gutachten prognostizierten Fehlbedarf anerkannt und mit der Förderrichtlinie „Preisgünstiger Wohnungsbau im Landkreis Limburg-Weilburg“ neben den bereits bestehenden Programmen im Sozialen Wohnungsbau ein Programm entwickelt, diesem Fehlbedarf an bezahlbarem Wohnraum im Kreisgebiet kurzfristig und unbürokratisch entgegenzuwirken. „Insgesamt fördern wir als Landkreis Limburg-Weilburg in den Jahren 2017 bis 2020 die Errichtung von preisgünstigem Wohnungsbau mit 1,2 Millionen Euro pro Jahr – also 4,8 Millionen Euro insgesamt – aus Mitteln des Kreisausgleichsstocks“, betonte Landrat Manfred Michel bei der Übergabe der Förderbescheide für das Jahr 2017 an die Kommunen Mengerskirchen, Löhnberg, Limburg, Hadamar und Selters. Manfred Michel hob dabei vor allem das Tempo hervor, mit dem der Landkreis Limburg-Weilburg dieses Förderprogramm umgesetzt habe. Innerhalb weniger Monate nach dem Vorliegen des Gutachtens hatte der Kreistag bereits im Oktober des vergangenen Jahres einen entsprechenden Beschluss gefasst.

„Der Bestand an preisgünstigen Wohnungen hat sich in den letzten Jahren deutlich verringert. Bezeichnend hierfür ist die Situation bei den sogenannten Sozialwohnungen. Während es im Jahr 1987 im Landkreis Limburg-Weilburg noch knapp 2800 Sozialwohnungen gab, waren es im Jahr 2016 nur noch rund 750 Wohnungen. Dies entsprach einer Sozialwohnungsquote von 0,9 Prozent des Wohnungsbestandes“, erläuterte Landrat Michel im Kreishaus in Limburg.

Grundsätzlich förderfähig sind nach dieser neuen Förderrichtlinie in den Städten Limburg und Bad Camberg Projekte in allen Stadtteilen. In den übrigen Städten und Gemeinden wird jeweils der Schwerpunkt in einem Stadt- oder Ortsteil festgelegt. Die Entscheidung, in welchem Ortsteil dieser Schwerpunkt gesetzt wird, obliegt der jeweiligen Kommune.

Um dem prognostizierten Fehlbedarf entgegenzuwirken, hat der Kreistag ein Modell favorisiert, bei dem die Städte und Gemeinden selbst oder mit einem Investor im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages geeignete Grundstücke zur Verfügung stellen und im Gegenzug Belegungsrechte für die zu errichtende Immobilie erhalten. In diesen Fällen darf die Nettokaltmiete 6,20 Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten. Wird kein Grundstück im Wege des Erbbaurechts zur Verfügung gestellt, so darf die Nettokaltmiete 7,20 Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten. Bei seniorengerechtem Wohnen liegt die Grenze bei 8,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche (Nettokaltmiete). Die Förderung beträgt 300 Euro pro Quadratmeter, maximal 24.000 Euro pro Wohneinheit.

Zusätzlich erfolgt in allen Städten und Gemeinden eine Förderung im Bereich der Sanierung. Maßgebend ist hierbei eine deutliche Verbesserung der Wohnraumqualität und die Entstehung von zusätzlichen Wohneinheiten. Die Förderung beträgt 150 Euro pro Quadratmeter, maximal 12.000 Euro pro Wohneinheit.

Fördermaßnahmen für das Kalenderjahr 2017:

Marktflecken Mengerskirchen:
Förderschwerpunkt Ortsteil Waldernbach, Fördersumme: 188.010,00 Euro
Die „Inklusionshaus Dorfmitte e.G“ baut dort ein Haus für Menschen mit Behinderung. Insgesamt sind sieben Wohnungen und sechs seniorengerechte Wohnappartements sowie rund 250 Quadratmeter Gewerbefläche geplant.

Gemeinde Löhnberg:
Förderschwerpunkt Kernort Löhnberg, Fördersumme: 407.061,00 Euro
Die Kreissparkasse Weilburg plant gemeinsam mit der Gemeinde Löhnberg den Abriss der ehemaligen Volkshalle in Löhnberg und den anschließenden Neubau von 21 seniorengerechten Wohnungen.

Kreisstadt Limburg:
Die Kreisstadt Limburg plant als Wohnungseigentümer die Sanierung von insgesamt drei Wohnungen in verschiedenen Wohnhäusern in Limburg.
Gesamtfördersumme: 34.725,00 Euro

Stadt Hadamar:
Förderschwerpunkt Stadt Hadamar, Gesamtfördersumme: 282.753,00 Euro
Hier plant die Gemeinnützige Baugenossenschaft eG im Wege des Erbbaurechts die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit zehn Wohnungen und die Sanierung eines Mehrfamilienhauses mit zwölf Wohnungen.

Gemeinde Selters:
Förderschwerpunkt Ortsteil Niederselters, Fördersumme: 356.013,00 Euro
Dort ist der Neubau von 16 seniorengerechten Wohnungen durch die AK1 GmbH & Co. KG geplant.

Mit den Bescheiden sind die Fördermittel aus dem Jahr 2017 in Höhe von 1,2 Millionen Euro vollständig aufgebraucht.