Großes Interesse an einer Fortführung der Modellregion


Der neue Beirat für Behindertenfragen des Landkreises Limburg-Weilburg (oben, von links): Wolf Ranzenbacher, Andreas Stehula, Alois Heun, Marianne Ax-Vorndran, Klaus Kremer, Daniel Stenger, Landrat Manfred Michel, Hans Friedrich, Andreas Börner, Brigitte Gruber, Carola Kremer und Manfred König. Unten: Katharina Hölzer-Max.

Limburg-Weilburg. Seit 1983 gibt es einen Beirat für Behindertenfragen im Landkreis Limburg-Weilburg. In den Räumlichkeiten des Sozialamtes eröffnete Landrat Manfred Michel nun die erste, konstituierende Sitzung des Beirates, der stets nach einer Kommunalwahl neu gebildet wird. Die Gründung dieses Gremiums geht übrigens auf eine Initiative der „Mauerblumen?“ zurück. Aus den Reihen der Selbsthilfeorganisation für Nichtbehinderte und Behinderte war damals die Idee entstanden, auf der Ebene des Landkreises einen solchen Beirat einzurichten. Als ordentliche Mitglieder gehören dem Beirat Vertreter der größten Verbände und Organisationen an, die sich für die Belange von Behinderten einsetzen; als beratende Mitglieder stehen Vertreter des Arbeitsamtes, der Lebenshilfe sowie der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen beim Gesundheitsamt des Landkreises zur Verfügung. „Aufgabe des Beirates ist es, die politisch Verantwortlichen im Landkreis bei anstehenden Fragen und Problemen von Behinderten zu beraten und Lösungsvorschläge zu entwickeln. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass es dem Beirat nicht nur um die großen und grundsätzlichen Entscheidungen auf Bundes- oder Landesebene geht, sondern vielfach auch in kleinen Schritten auf der örtlichen Ebene geholfen werden kann“, betonte Landrat Manfred Michel. Insgesamt acht ordentliche und drei beratende Mitglieder wurden vom Kreisausschuss in den Beirat berufen

Landrat Michel dankte allen Mitgliedern des Beirates für die Bereitschaft, in diesem Gremium mitzuwirken und appellierte, dies auch aktiv zu tun und sich in die Arbeit einzubringen.

Aber es wurde auch schon über inhaltliche Dinge gesprochen: Der Landkreis Limburg-Weilburg ist seit dem Frühjahr 2015 gemeinsam mit der evangelischen und der katholischen Kirche offiziell Modellregion „Kirchen und Inklusion“. Ziel ist es, das Selbstverständnis von Inklusion zu vertiefen, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen und Aktivitäten vor Ort anzuregen sowie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Andreas Börner, Fachdienstleiter aus dem Sozialamt, und der Pressesprecher des Landkreises, Jan Kieserg, haben das Projekt von Anfang an begleitet, gaben den Mitgliedern des Beirates für Behindertenfragen nun einen Rückblick auf das, was war, und auch einen Ausblick auf das, was künftig zu erwarten ist. Dabei wurde deutlich, dass das Interesse seitens der Beiratsmitglieder durchaus vorhanden ist, auch nach dem offiziellen Ende dieser vom Hessischen Sozialministerium initiierten Modellregion am 31. März 2018 mit dem bereits bestehenden Netzwerk für behinderte Menschen arbeiten zu wollen.

Seit 26. März 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft; sie schafft kein Sonderrecht für behinderte Menschen, sondern ergänzt die allgemeinen Menschenrechte um die Perspektive von Menschen mit Behinderungen. Die Umsetzung der UN-Konvention im Landkreis Limburg-Weilburg als kommunale Aufgabe und zentrales Handlungsprinzip erstreckt sich auf alle Bereiche der Kreisverwaltung. Eine ämterübergreifende Arbeits- und Steuerungsgruppe unter Federführung von Andreas Börner aus dem Sozialamt hat den Aktionsplan erarbeitet. Dieser Plan existiert seit Frühjahr 2017 und orientiert sich an den Handlungsfeldern, die das Land Hessen vorgegeben hat. Andreas Börner berichtete den interessierten Mitgliedern des Beirates von der Umsetzung und stellte den Aktionsplan näher vor.

Zum Beirat für Behindertenfragen gehören Manfred König (VdK-Kreisverband Limburg), Brigitte Gruber (VdK-Kreisverband Oberlahn), Alois Heun (Sozialverband Deutschland), Wolf Ranzenbacher (SHG Knochengesundheit für Osteoporose-Patienten Limburg), Hans Friedrich (Blinden-Sehbehindertenbund Hessen), Katharina Hölzer-Max (Selbsthilfegruppe „Mauerblumen?“), Marianne Ax-Vorndran (Selbsthilfegruppe Fraternität der Körper- und Langzeitkranken), Ralf Hannebohn (Verein Integration) sowie die beratenden Mitglieder Klaus Kremer (Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar), Andreas Stehula (Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg) und Daniel Stenger (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen beim Gesundheitsamt des Landkreises Limburg-Weilburg).