Abschlussveranstaltung der Modellregion „Kirchen und Inklusion“ - Beeindruckendes Engagement für Menschen mit Behinderung


Weihbischof Dr. Thomas Löhr, Hessens Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, Projektleiterin Sabine Jost-Schmitt und Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (von links) freuten sich über eine positive Bilanz der Modellregion „Kirchen und Inklusion“.

Limburg-Weilburg. Drei Jahre lang war der Landkreis Limburg-Weilburg Modellregion zum Thema „Kirchen und Inklusion“. Nun fand eine große Abschlussveranstaltung im und rund um den Limburger Dom statt. 

Das Land Hessen hat insgesamt 150.000 Euro für die Modellregion innerhalb der drei Jahre bereitgestellt, wie Hessens Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, bei einem Pressegespräch in Limburg erläuterte, zehn Prozent davon übernahm der Landkreis Limburg-Weilburg nach den Worten von Landrat Manfred Michel als Eigenanteil. „Unter anderem sind davon Gesangbücher in Brailleschrift für Blinde finanziert worden, aber auch inklusive Kunstprojekte oder Flyer in leichter Sprache. In der Limburger Altstadt wurde zudem im September 2016 ein vielbeachtetes feier ma(h)l-Fest gefeiert, an dem sich zahlreiche behinderte und nichtbehinderte Menschen beteiligt haben“, erinnerte der Kreisbeigeordnete Heinz Valentin an einen der Höhepunkte. 

Eines wurde bei der Abschlussveranstaltung in Limburg deutlich: Es war nicht Aufgabe, für Menschen mit Behinderung etwas zu machen, sondern mit Menschen mit Behinderung wichtige Dinge zu tun. Dabei müssten Barrieren nicht immer baulich zu verstehen sein. Vielmehr gehe es darum, „Ausgrenzung zu vermeiden und Teilhabe zu ermöglichen“. 

Partner sind der Landkreis Limburg-Weilburg, der Katholische Bezirk Limburg und die Evangelischen Dekanate Runkel und Weilburg. 

Begonnen hatte die Modellregion im März 2015 und war auf zwei Jahre angelegt, wurde aber um ein Jahr verlängert, wie Sozialminister Grüttner sagte. Nun läuft das Projekt am 31. März aus. 

Bei der Abschlussveranstaltung zogen die Partner eine positive Bilanz der Arbeit. Sozialminister Stefan Grüttner betonte, es beeindrucke ihn, mit wie viel Engagement das Thema im Landkreis Limburg-Weilburg angegangen worden sei. Die Projekte seien durchaus als Kopiervorlage gedacht: „Hier ist das Plagiat ausdrücklich erwünscht“, sagte Grüttner. Kirchenpräsident Dr. Volker Jung unterstrich, es gehe um eine „grundsätzliche Einstellung“, es gehe darum, dass die Gesellschaft wahrnehme, wenn Menschen – aus welchen Gründen auch immer – an den Rand gedrängt würden. Das sei tief im christlichen Selbstverständnis verwurzelt. Aber man müsse auch erkennen, dass man „noch lange nicht so weit ist, wie wir sein müssten“. Weihbischof Dr. Thomas Löhr fügte an, dass es wichtig sei, das Thema Inklusion nicht nur theoretisch zu bearbeiten, sondern vor allem auch in der Praxis umzusetzen. 

Projektleiterin Sabine Jost-Schmitt wies darauf hin, dass im Modellvorhaben auch Projekte verwirklicht wurden, die sich heiklen Fragen stellten, etwa „Sexualität und Behinderung“. 

Die Partner waren sich am Ende auch darin einig, dass es nun Ziel sein müsse, das Projekt „in den Alltag zu überführen“. Zwar gebe es vom Land nun keine Förderung mehr, Minister Grüttner sagte aber auf Nachfrage, das Land Hessen stehe bei Projekten „als Ansprechpartner“ bereit. Projektleiterin Sabine Jost-Schmitt verwies darauf, dass sich 500 Menschen im Rahmen eines durch die Modellregion entstandenen Netzwerkes aktiv am Modellvorhaben beteiligt hätten – darauf könne man bauen. Im Anschluss fand ein ökumenischer Gottesdienst im Limburger Dom statt, an dem der Minister und die Kirchenvertreter teilnahmen. Dabei trat unter anderem auch ein Gebärden-Chor auf. 

Nähere Informationen zur Modellregion gibt es auf der Internetseite www.inklusion-limburg-weilburg.de.