Verein für Kriminalprävention mit Landrat Manfred Michel unterstützt Jugendbildungswerk - Mehr als 21.000 Euro für Projekte an Schulen im Landkreis


Freuen sich über tolle Projekte des Jugendbildungswerkes (von links): Frank Göbel (Verein für Kriminalprävention), Landrat Manfred Michel (Vorsitzender des Vereins für Kriminalprävention), Dorothee Valentin und Pia Stöckl vom Jugendbildungswerk und Hermann Klaus (Verein für Kriminalprävention).

Limburg-Weilburg. Dank der großzügigen Unterstützung des Vereins für Kriminalprävention Limburg-Weilburg konnte das Jugendbildungswerk Limburg-Weilburg  im Jahr 2018 das Angebot auf Anfrage für Schulklassen um ein großartiges Projekt für die Grundschulen im Landkreis Limburg-Weilburg erweitern. „Die Zuwanderung, vor allem in den vergangenen zwei Jahren, aber auch darüber hinaus, stellt auch die Kinder- und Jugendbildung im Landkreis vor große Herausforderungen. Mit am unmittelbarsten betroffen sind die Schulen, denen eine große Verantwortung im Bereich der Integration und Demokratiebildung obliegt. Daher ist es besonders wichtig, diese Arbeit zu unterstützen“, teilte Landrat Manfred Michel mit, der zugleich auch Vorsitzender des Vereins für Kriminalprävention ist.

Mit dem Team von „Creative Change e.V.“ aus Offenbach und seinem partizipativen Theaterprojekt „Die Demokratieschützer/innen“  konnten fünf Grundschulen bei ihren Integrationsversuchen und der Förderung des Demokratieverständnisses unterstützt werden. Insgesamt nahmen rund 600 Schülerinnen und Schüler an diesem Projekt teil und arbeiteten jeweils eine Woche mit dem Team von „Creative Change e.V.“!

Das Projekt fördert einen gegenseitigen respektvollen und vorurteilsfreien Umgang unter allen Mitmenschen und vermittelt Werte wie Gleichberechtigung, Toleranz sowie Empathie und stärkt den Demokratiegedanken. Die Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen und Lehrer der „Herzenbergschule“ in Hadamar, der Grundschule Linter, der Mittelpunktschule „St. Blasius“ in Frickhofen, der Mittelpunktschule „Goldener Grund“ in Selters sowie der Freiherr-vom-Stein-Schule in Dauborn nahmen begeistert an dem Projekt teil. Viele fragten direkt im Anschluss nach einer Fortsetzung im nächsten Schuljahr für die nächsten Jahrgänge 3 und 4! Die Themen werden in Form von partizipativem Theater erarbeitet. Die Schülerinnen und Schüler nehmen aktiv an verschiedenen kleinen Theaterszenen teil. Durch die angesprochenen Emotionen und verschiedene Sinne bleiben die Szenen und positiven Lösungen besser im Gedächtnis. Der Verein für Kriminalprävention Limburg-Weilburg hat dieses Projekt mit insgesamt 16.000 Euro gefördert. 

Das war aber noch nicht alles! Seit vielen Jahren unterstützt der Verein das Angebot „Zivilcouragetraining“ des Jugendbildungswerkes, das sich mit dem Thema „Gewaltprävention“ und „Täter-Opfer-Rolle“ auseinandersetzt. Schulklassen ab der Jahrgangsstufe 7 können an diesem Projekt teilnehmen. 

In diesem Jahr werden sich insgesamt 13 Klassen aus den weiterführenden Schulen im Landkreis Limburg-Weilburg  an diesem Training beteiligen, da der Verein auch dieses Angebot in 2018 mit 5.200 Euro fördert. 

Das „Zivilcouragetraining“ wird von den weiterführenden Schulen nun schon seit 2010 immer wieder stark nachgefragt, denn mit zunächst kleinen Provokationen gewaltbereiter Täter beginnen oft Konflikte auf dem Schulhof oder anderswo, die sich ganz schnell zu größeren, oftmals auch gewaltsamen Auseinandersetzungen „hochschaukeln“ können.

Wie können sich da die Schülerinnen und Schüler als potenzielles Opfer gekonnt aus der Affäre ziehen, sodass sie nicht Gefahr laufen, in Schwierigkeiten zu geraten oder sogar verletzt zu werden? Wie können sie am besten auf solche „kleinen“ Provokationen reagieren, aus denen doch Großes entstehen kann?

Und nicht zuletzt bekommen die Schülerinnen und Schüler Einblick in einen aktuellen strafrechtlich relevanten Fall aus dem Landkreis Limburg-Weilburg, in dem Jugendliche aufgrund von Gewaltanwendung auffällig geworden sind. Anhand dieses Falles erarbeiten sie die verschiedenen Motive des Täters sowie den Tathergang, die Rolle der Opfer und die strafrechtlichen Konsequenzen für die beteiligten Täter. Die verantwortlichen Referentinnen machen immer wieder die Erfahrung, dass den Jugendlichen die strafrechtlichen Konsequenzen, die ein bestimmtes Verhalten haben kann, nicht bewusst sind.

Das Angebot „Zivilcouragetraining“ wird in enger Kooperation mit der Jugendkoordinatorin der Polizeidirektion Limburg-Weilburg, Claudia Lehnhäuser, und einer Fachreferentin des Deeskalationsprogrammes „Cool sein – cool bleiben“, Daniela Hirsch-Bluhm, durchgeführt. Seit dem Jahr 2010 wird das Training vom Jugendbildungswerk angeboten und bisher haben über 2000 Schülerinnen und Schüler daran teilgenommen.

Informationen zum Projekt „Die Demokratieschützer/innen“ sowie zum „Zivilcouragetraining“ und zu weiteren Angeboten des Jugendbildungswerkes Limburg-Weilburg finden sich unter www.das-jbw.de. E-Mail: jbw(at)limburg-weilburg.de, Telefon: 06431-296-118.