Supersommer oder letzte Warnung? Wir müssen uns anpassen


Teilnehmer der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien diskutieren unterschiedliche Auswirkungen des Klimawandels und suchen nach Lösungsansätzen. (Bildrechte: Land-kreis Limburg-Weilburg)

Limburg-Weilburg. Der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung hat nach Aumenau eingeladen, um über die Folgen des Klimawandels und die neuen Herausforderungen zu beraten. Unlängst haben Starkregenereignisse Teile des Landkreises Limburg-Weilburg verwüstet. Dazu kommen weitere Phänomene des Klimawandels wie Hitzeperioden, Trockenheit und Stürme. Wie können wir damit umgehen, was erwartet uns in der Zukunft und wo erhalten wir Unterstützung? Diesen Fragen stellen sich Vertreter aus allen Teilen der Gesellschaft bei einem Treffen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien im Landkreis Limburg-Weilburg.

Der Bürgermeister möchte für seine Bürger vorsorgen, damit bei einem Starkregen das Wasser an den Häusern vorbei läuft, bei Hitze offene Wasserflächen und Pflanzen zwi-schen den Häusern und auf Plätzen für Abkühlung sorgen und bei lang anhaltender Trockenheit die Wasserversorgung gesichert ist. Der Unternehmer ist daran interessiert seine Gebäude vor Schäden zu schützen, seine Produktion und Dienstleistungen auf einem konstanten hohen Niveau zu halten und seinen Mitarbeitern ein gutes Arbeitsklima zu bieten. Privatleute sorgen sich um die Sicherheit Ihres Hauses und den Versicherungsschutz im Ernstfall. Land- und Forstwirtschaft testen neue Anbaumethoden und neue Sorten, um sich an die Veränderungen anpassen zu können und die Menschen mit Nahrung und Rohstoffen zu versorgen. Die Behörden wollen mit Maßnahmen zum Gewässerschutz und mit einer weitsichtigen Stadtplanung eine lebenswerte und sichere Umgebung schaffen. Und für den Notfall muss der Katastrophenschutz für alles gerüstet sein, um das Schlimmste zu verhindern.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie untersucht, wie sich das Klima in den nächsten Jahrzehnten ändert und informiert wie wir mit dem Wissen umgehen können. Frau Dr. Hübener als Leiterin des Fachzentrums Klimawandel und Anpassung erklärt den interessierten Teilnehmern der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien, dass der Klimawandel bereits über Temperaturanstieg und eine immer früher ein-setzende Apfelblüte messbar ist und sich jetzt nur die Frage stellt, wie wir weiterhin mit unserem Klima umgehen, um die Folgen beherrschbar zu halten. Das Land Hessen und der Bund unterstützen mit Fördermitteln die Umsetzung von  Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimafolgenanpassung. Seit gut einem Jahr bietet die hessische Landesenergieagentur (LEA) eine Fördermittelberatung für Kommunen, Unternehmen und Bürger an, damit die Fördermittel auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Das Klimaschutzmanagement des Landkreises Limburg-Weilburg macht auf die Notwendigkeit von Klimaschutz und Klimawandelanpassung aufmerksam und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. Mit der unteren Wasserbehörde und dem Katastrophenschutz bietet die Kreisverwaltung Limburg-Weilburg seinen Bürgern weitere Dienstleistungen an, die eine Anpassung an den Klimawandel ermöglichen.

„Es liegt in unserer Hand, das Klima zu schützen und den nachfolgenden Generationen eine gute Lebensgrundlagen zu sichern.“ so der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung. „Dazu gehört Energie einzusparen, sowie Energie effizienter ein zu setzen, aber auch den Ausbau der erneuerbaren Energien voran zu treiben.“ Seit Beginn seiner Amtszeit setzt sich Helmut Jung dafür ein. Im Rahmen der von ihm 2007 gegründeten Arbeitsgruppe Erneuerbare Energie wurden Landwirte über die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen als wichtiger Baustein der Energiewende informiert. Eigenheimbesitzer erfuhren, wie sie Sonne auf ihren Dächern ernten können und die Suche nach geeigneten Windkraftstandorten wurde vorangetrieben. Dabei gab es einigen Gegenwind, der durch Sachargumente und Informationen nicht immer zu beruhigen war. „Dennoch sind wir als Gesellschaft gefragt in Anbetracht der Alternativen und eines sichtbaren Klimawandels gewissenhafte Entscheidungen zu treffen, mit denen nachfolgende Generationen gut leben können.“ so der Erste Kreisbeigeordnete.