Abfallwirtschaftsbetrieb feiert ein gelungenes Richtfest - Neues Bürogebäude in Passivhaustechnik


Der Neubau des Abfallwirtschaftsbetriebes in Beselich.

Erster Kreisbeigeordneter Helmut Jung (vorne) begrüßte die zahlreichen Gäste, links Landrat Manfred Michel.

Limburg-Weilburg. Etliche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Belegschaft  freuten sich über ein gelungenes Richtfest des neuen Bürogebäudes für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilungen Gebührenveranlagung und Verwaltung des Abfallwirtschaftsbetriebes in Beselich. Etwa 20 Kolleginnen und Kollegen werden nach Fertigstellung in das neue Gebäude einziehen, das im Übrigen in Passivhaustechnik errichtet wird. Seit 1999 befanden sich die Arbeitsplätze dieser Mitarbeiter in Containern. 

Der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung begrüßte gemeinsam mit Landrat Manfred Michel die Gäste, unter ihnen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebes, des Landkreises Limburg-Weilburg, des Architekturbüros und der Handwerksbetriebe. „Es ist schön, dass das Provisorium Container ein Ende hat“, betonte Dezernent Helmut Jung. Helmut Jung machte deutlich, dass zu den Arbeitsbereichen in diesem Betrieb nicht nur Abfallwirtschaft, sondern immer mehr auch Wertstoffberatung gehöre. Das gehe mit immer mehr Kundenbetreuung einher und auch für diese Besucherinnen und Besucher sei das neue Gebäude natürlich ansprechender als die bisherigen Container. 

„Der Begriff Passivhaus hat selbstverständlich nichts mit der Arbeitsweise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu tun“, so Helmut Jung. Das Gebäude sei auf ein wärmegedämmtes Fundament mit massiven Steinen und einer Dämmhülle errichtet. Es habe eine Dreifach-Verglasung nach aktuellem Standard sowie eine spezielle Dämmung für das Dach, das begrünt werden soll. Jede Kollegin und jeder Kollege gebe etwa 100 Watt an Wärme je Stunde ab. Gemeinsam mit der Sonneneinstrahlung u. a. kann so der größte Teil der Wärmeversorgung „passiv“ gedeckt werden. Die Restwärme für das Gebäude kommt vom Gas aus der Deponie. Ein gasbetriebener Motor erzeugt Strom und die Abwärme des Motors wird zu Heizzwecken benutzt. Mit diesem Gas habe man auch bereits den Rohbau schneller trocknen können. Eine spezielle Lüftungsanlage, welche über 90 Prozent der Lüftungswärme zurückgewinnt, soll zudem kontinuierlich verbrauchten Sauerstoff ersetzen, so Helmut Jung.

Architekt Diethelm Lauber ging im Detail auf Gebäudedaten ein. Der Rohbau könne nach dem Baubeginn im November 2017 nun schneller fertiggestellt werden als geplant. „Noch im April sollen die Fenster eingesetzt werden, das Gebäude bis möglichst September/Oktober 2018 bezugsfertig sein“, betonte der Architekt. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit heimischen Firmen sowie der Leitung des Abfallwirtschaftsbetriebes mit Bernd Caliari an der Spitze und wies darauf hin, dass es gar nicht so leicht sei, gute Handwerker möglichst zeitnah zu bekommen. 

In traditioneller Zimmermannskleidung weihten Einschaler Heinz-Josef Mohr und sein Vorgesetzter Ferdinand Schmidt schließlich den Rohbau ein. In das Betriebsgebäude soll im Übrigen auch der Waagebereich integriert werden und so den aus dem Jahr 1990 stammenden Wiegecontainer ersetzen.