Ursula Vogel und Dr. Rolf Röder zeigen „Erlebtes und Geformtes“ im Kreishaus

Expressive Bilder und schwebende Figuren zeigen die Empfindungswelt der Künstler


Freuen sich über die gelungene Ausstellung im Limburger Kreishaus (v.l.:) Dr. Rolf Röder hinter seiner Skulptur „Tanz der Rheintöchter“, Ursula Vogel vor ihrem Bild „Venezia I“ und Landrat Manfred Michel.

Menschen lieben es, von Erlebnissen und Empfindungen zu berichten und bedienen sich hierfür im Regelfall der Sprache. Künstler nutzen oft andere Ausdrucksformen,  um ihre Geschichten zu erzählen. „So gehen auch Ursula Vogel und Dr. Rolf Röder mit ihren künstlerischen Ausdrucksweisen vor“, sagte Landrat Manfred Michel bei der Vernissage zur Ausstellung „Erlebtes und Geformtes“ im Limburger Kreishaus.

Den Part „Erlebtes“ übernimmt Ursula Vogel, die in ihrer Malerei fast immer direkten Bezug auf real erlebte Eindrücke und Begegnungen nimmt. Sie erzählt von blühenden Landschaften, Straßen, Städten, aber auch von Blumen, Früchten und Menschen: „Wenn ich male, bin ich in der Erinnerung, dann spüre ich den Wind und die Sonne!“ - sagt sie. Die meist expressiven Bilder sind eine Einladung, sich einzulassen auf die gemalte Erzähl- und Empfindungswelt der Künstlerin.

„Geformtes“, das ist das Thema von Dr. Rolf Röder. „Greifen und Formen sind elementare menschliche Fähigkeiten, die eine komplexe Interaktion von Kopf und Hand voraussetzen”, sagt der Künstler Dr. Röder. Sie sind Grundlage kreativ gestalterischer Prozesse, deren Geschichte zurückreicht bis zu den  „Venusfiguren“  der Frühzeit. Erst im letzten Jahrhundert  wird die künstlerische Darstellung von Mensch und Natur erweitert durch den Fokus auf  formale, abstrakte Elemente.

In diesem Kontext stehen auch die Arbeiten von Dr. Röder. Es sind glatte geschwungene Formen und Figuren, die als Keramiken, Bronzen oder  Arbeiten mit Verbundwerkstoffen halb schwebend im Raum stehen.  Andererseits sind Arbeiten zu sehen, in denen dynamische Arbeitsprozesse  durch Schlag, Spaltung, Drehung und Deformation die Form gestalten.  

„Ich freue mich sehr, Werke von Ursula Vogel und Dr. Rolf Röder bei „Kunst im Kreishaus“ präsentieren zu können, denn sie harmonieren trotz ihrer Unterschiedlichkeit sehr gut miteinander“, erklärte Landrat Michel.

 

 

Vita Ursula Vogel

Ursula Vogel setzt in ihren Bildern Erlebnisse und Erfahrungen um.

Bei der Figur - und Portrait-Malerei hat sie die  Modelle vor sich und fühlt dessen Ausstrahlung.  Diese setzt sie dann in ihrem eigenen expressionistischen Malstil um.

Charakteristisch für sie ist der energiegeladene Pinselstrich, interessante Licht-Schattenspiele und Farbkombinationen. Kasein-Tempera und Aquarell sind ihre bevorzugten Malmittel.

Seit einigen Jahren sind ihre Arbeiten in Ausstellungen regional und überregional zu sehen. Durch Studien an verschiedenen Kunstakademien entdeckt sie immer mehr künstlerische Sujets und Techniken für ihre Arbeit. Sie lebt in Hadamar-Steinbach und ist Mitglied im Kunstverein „Lahn Artists“.

Vita Dr. Rolf Röder

Geboren 1953 in Darmstadt. Nach Medizinstudium und Facharztausbildung  langjährige Tätigkeit als Neurologe/Rehamediziner.

Seit 2002  Arbeiten im Bereich Plastik und Skulptur, vorwiegend  mit dem Werkstoff Ton. Dabei lag lange Zeit der Fokus auf einer geschwungenen organischen Formgebung.

Durch Einflüsse moderner koreanischer und japanischer Keramiker erfolgte in den letzten Jahren die Hinwendung zu einer „dynamischen Gestaltungsform“.  Hierbei wird durch Schlag-, Wurf- und Drehtechniken eine gezielte schnelle Deformation der Tonmasse herbeigeführt. Die so gestaltete Form ist die Grundlage für die weitere Bearbeitung, die meist durch mehrfache keramische Brände erfolgt. Regelmäßige Einzel- und Gruppenausstellungen. Seit 2003 Mitglied der Künstlergruppe „Lahn Artists“.  

Die Ausstellung ist noch bis Ende November, montags bis donnerstags von 8 bis 16:30 Uhr und freitags von 8:00 bis 12:30 Uhr, im Limburger Kreishaus zu sehen.