Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“


Das Aktionsbündnis (von links): Sandra Völpel (pro familia), Claudia Horst (Donum vitae), Birgit Köberle (Katholische Frauen Deutschlands), Ute Jungmann-Hauff (Kreisfrauenbüro), Heike Bausch (Gegen unseren Willen), Negat Hassen (Sprach- und Integrationsmittlerin des Landkreises) und Verena Müller (Frauenhaus Limburg).

Anlässlich des Gedenktages „Nein zu Gewalt an Frauen“ am 25. November werden im Landkreis Limburg-Weilburg an vielen Rathäusern und öffentlichen Gebäuden die Fahnen „Frei leben“ gehisst. „Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es ein starkes Aktionsbündnis, das jedes Jahr mit neuen Aktionen das Thema „Gewalt gegen Frauen“ in den Blick nimmt“, betont Landrat Manfred Michel. Die beteiligten Institutionen und Organisationen präsentieren sich als Hilfeeinrichtungen in der Öffentlichkeit und machen das Thema sichtbar. Es sind: Kreisfrauenbüro des Landkreises, Frauenbüro Stadt Limburg, Gegen unseren Willen e.V., Frauenhaus Beratungsstelle, Frauen im Evangelischen Dekanat Runkel, Katholische Frauen Deutschlands, pro familia und Donum vitae sowie die Sprach- und Integrationsmittlerin des Landkreises.

Die diesjährige bundesweite Kampagne von Terres des femmes, „Mädchen schützen! Weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden“, wird von den Akteurinnen und den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten unterstützt. Weibliche Genitalverstümmelung bezeichnet eine schwere Menschenrechtsverletzung, bei der Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt werden. Diese Praxis stellt damit einen Verstoß gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit da.

Weltweit sind über 200 Millionen Frauen betroffen (UNICEF 2016). Tatsächlich dürften es doppelt so viele sein, denn bisher gibt es nur für den Subsahararaum, Ägypten und Irak umfassende Studien. Aber auch im Nahen und Mittleren Osten sowie in Südostasien werden Frauen und Mädchen genitalverstümmelt. In Deutschland sind mehr als 58.000 Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen und mindestens 13.000 Mädchen gefährdet.

Am Freitag, 24. November, findet um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche am Bahnhof in Limburg ein ökumenischer Gottesdienst statt. Der Gottesdienst steht unter dem Motto „Mädchen schützen!“ Im Gottesdienst werden verschiedene Arten der Fremd- und Selbstverstümmelung von Mädchen thematisiert. Unter anderem geht es um Methoden der sexuellen Unterdrückung und falsch verstandene Schönheitsideale.

Am Samstag, 25. November, findet sich ab 12 Uhr ein Flashmob „Gegen Gewalt an Frauen“ vom Bahnhof zum Neumarkt ein. Dabei soll ein Nein zu Zwangsprostitution, sexuellem Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, häuslicher Gewalt, Zwangsheirat, weiblicher Armut oder auch vorgeburtlichen Geschlechtsselektionen zum Ausdruck gebracht werden.

Am Montag, 27. November, wird um 18 Uhr die Ärztin Katharina Rohmert (pro familia) zum Thema „Genitalverstümmelung“ in der Beratungsstelle von pro familia, Konrad-Kurzbold-Straße 6 in Limburg, einen Vortrag halten. Eingeladen sind die Hebammen aus dem Landkreis und die niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie ihre Kolleginnen und Kollegen aus den Krankenhäusern.

Am Samstag, 18. November, und Sonntag, 19. November, findet ein Selbstverteidigungskurs für Mädchen ab 15 Jahren statt (samstags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 10 bis 15 Uhr). Dieser Kurs wird im Taekwondo Limburg für eine Kursgebühr von 50 Euro angeboten. Informationen und Anmeldung: Gegen unseren Willen e.V. Limburg, Telefon: 06431- 92343.

​Alle Interessierten sind herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen. Weitere Informationen: http://www.landkreis-limburg-weilburg.de/wissenswertes/frauenbuero/veranstaltungen.html