Limburg-Weilburg - starke Gründerszene durch intensive Förderung


Walter Gerharz, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez GmbH, berichtet über die Gründungsförderung im Landkreis.

Zwischen Frankfurt und Köln-Bonn liegt der hessische Landkreis Limburg-Weilburg. In den 19 Städten und Gemeinden des Landkreises leben ca. 172.000 Menschen. Hinsichtlich der Unternehmensgründungen zählt der Landkreis Limburg-Weilburg mit dem 42. Platz im NUI-Regionenranking des IfM Bonn zu den stärkeren Gründungsregionen in Deutschland.

Herr Gerharz, wie entwickelt sich das Gründungsgeschehen in Ihrer Region? Lassen sich Schwerpunkte erkennen?

Herr Gerharz: Erneut können Hessen und der Wirtschaftsstandort Limburg-Weilburg-Diez erfreuliche Zahlen bei Unternehmensgründungen vorweisen. Insgesamt gesehen ging zwar bundesweit die Zahl der Gründungen zurück, doch konnte Hessen sich vom vierten auf den dritten Platz im bundesweiten Ranking vorarbeiten und liegt somit an erster Position bei den Flächenstaaten und erstmals auch vor einem der Stadtstaaten. 

Auch die Zahlen von Limburg-Weilburg-Diez können sich zeigen. Nach dem aktuellen Gründerreport der Industrie- und Handelskammern liegt der Landkreis nun an fünfter Position im Landesranking. Bessere Werte weisen nur noch vier Bezirke im Rhein-Main-Gebiet auf, wobei Limburg-Weilburg mit seiner Gründungsintensität erstmals sogar vor dem Bezirk Darmstadt liegt.

Zu diesen erfreulichen Zahlen hat die systematische und umfassende Beratung und Betreuung potentieller Gründer durch die Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez und ihrer Partner wesentlich beigetragen. Eine fundierte Beratung ist eine wichtige Voraussetzung, um langfristig und vor allem erfolgreich eine geschäftliche Existenz aufzubauen. Anteil an dem Erfolg haben aber sicherlich auch unsere regelmäßigen, meist kostenfreien Seminare für Gründerinnen und Gründer. 

Schwerpunkte lassen sich nicht wirklich ausmachen. Grundsätzlich besteht aber auch bei uns ein Trend hin zu Gründungen im Kontext von Online-Handel und Digitalisierung.

Welche sind für Ihre Organisation die größten Herausforderungen bei der Gründungsförderung?

Eine große Herausforderung ist es für uns, den Gedanken des Unternehmertums jungen Menschen näher zu bringen. Gerade in einer ländlich geprägten Region im Einzugsbereich einer starken Metropolregion besteht ein großes Angebot an lukrativen unselbstständigen Arbeitsplätzen. Um aber vor Ort weiterhin eine ausgewogene wirtschaftliche Struktur beispielsweise im Handel und im Handwerk beizubehalten, versuchen wir frühzeitig die jungen Menschen vor Ort anzusprechen. Wir tun dies überwiegend mit Hilfe von Vorträgen und Projekten in unseren Berufsbildenden Schulen.

Bitte beschreiben Sie eine Maßnahme, wie Sie Gründungen in Ihrer Region unterstützen.

Neben unserem bewährten Beratungsangebot für Gründer versuche ich insbesondere die materielle Infrastruktur für unsere Gründer weiter auszubauen. Vor knapp 3 Jahren war es mir zusammen mit der Stadt Limburg gelungen, ein „Gründerzentrum – light“ in Limburg zu etablieren. Im letzten Jahr durfte ich bei der Gründung des „P2“ in Mengerskirchen dabei sein, ein Gründerzentrum im ländlichen Raum! 

Aktuell unterstütze beziehungsweise berate ich eine Initiative in Bad Camberg. Dort wird in den nächsten Tagen ebenfalls ein Gründerzentrum entstehen. Allen drei Zentren ist gemeinsam, dass sie ausschließlich von Privatpersonen betrieben werden.

Inwieweit hat die Anwendung des Canvas Ihre Arbeit unterstützt?

Viele Maßnahmen, die das Gründerökosystem-Modell vorschlägt, führen wir schon seit vielen Jahren durch. Mithilfe des Canvas haben wir nun eine Möglichkeit, die vielfältigen Aktivitäten effektiver zu strukturieren. Zusätzlich können wir anhand einer umfassenden Bestandsaufnahme mithilfe des Posters Stärken und Schwächen unserer Region besser herausarbeiten und hieraus Handlungsschritte ableiten. Darüber hinaus eignet sich das Canvas auch, um die Kommunikation mit regionalen Stakeholdern und Fördereinrichtungen zu vereinfachen.

Vielen Dank für das Interview, Herr Gerharz!



Quelle: RKW Kompetenzzentrum