WissensWERKStadt für Kinder: „Tunnelbau – Baukunst unter der Erde

Referent Dr. Bernhard Fröhlich zeichnete die besonders aktiven kleinen „Studenten“ aus: Chiara Neukirch, Emma Langschied, Lucas Hilgert, Jonas Noll, Maurice Körfer, Stephen Seeboth, Michael Seeboth.
Limburg. – Rund 60 Kinder besuchten die neunte Vorlesung der Veranstaltungsreihe „WissensWERKStadt für Kinder“, unter dem Titel: „Tunnelbau – Baukunst unter der Erde“, in der Lounge der WERKStadt. Der Referent Prof. Dr. Bernhard Fröhlich aus Elbgrund, Bauingenieur und Professor an der Uni Karlsruhe, Lehrgebiet Tunnelbau, vermittelte ihnen Wissenswertes und Überraschendes zu diesem Thema. Dass bei einem Tunnel nicht nur schnell ein Loch in einen Berg gemacht wird, war den Kindern dann schnell klar. Einen Tunnel zu bauen, ist wie an einem Stuhl ein Stuhlbein zu wechseln, während jemand darauf sitzt.
Tunnelbau ist erst einmal Felskunde, den es gibt viele Felsarten und Gesteine, deren Eigenschaften erforscht werden müssen. Dabei muss man wissen, dass ein m³ Fels ungefähr so viel wiegt wie zwei VW Golf, etwa 2,5 t. Bohrt man einen Tunnel in einen Berg der 1000 m hoch ist, so sind das pro m² 2000 Golf und bei 1000 m Länge das Gewicht von 2 Millionen Golf. Da ist es mit einem einfachen Loch im Berg nicht getan.
Professor Fröhlich stellte den Bau eines Tunnels vom ersten Spatenstich bis zum fertigen Tunnel, anhand vieler eindrucksvoller Bilder dar. Zu Beginn wird eine erste Öffnung in den Berg gesprengt. Dazu werden viele Bohrlöcher in den Fels eingebohrt. Danach wird die Sprengung so durchgeführt, dass nicht alle Löcher gleichzeitig gezündet werden, sondern ganz schnell hintereinander (etwa 50 pro Sek.), sonst wäre die Erschütterung so groß, dass Häuser beschädigt werden könnten oder Hänge abrutschen.
Er stellte den Kindern die Spezialmaschinen und Gerätschaften vor, die notwendig sind, um dem Fels zu Leibe zu rücken und abzutransportieren: Bagger mit zwei Lenkrädern, um vorwärts und rückwärts fahren zu können, denn im Tunnel können sie nicht drehen und riesige Bohrer, deren Köpfe so groß sind, wie später der Tunneldurchmesser sein wird. Eine solche Bohreinheit kostet dann etwa fünf Millionen Euro. Ganz klar, dass dies die Kinder interessierte und deshalb wurden auch viele Fragen gestellt wurden. So erfuhren die Teilnehmer noch nebenbei, dass der erste Tunnel bereits vor 5000 Jahren auf der Insel Samos gebaut wurde. Der längste Tunnel, der Seikan-Tunnel, befindet sich in Japan, verkäuft unter dem Meer und ist 57 km lang.
Im Anschluss an die Vorlesung erhielten die Kinder, die schon öfter die Vorlesungen besucht hatten, Ihr Diplom aus den Händen von Prof. Fröhlich. Die Kinder, die schwierige Fragen an das Maskottchen Claudius Clever gestellt haben, erhielten das T-Shirt der WissensWERKStadt als „Honorar“.
Die nächste Veranstaltung der WissensWERKStadt findet am Samstag, 17. März, statt. Dann geht es um: „Was Lisa weiß und Homer von ihr lernen könnte – Die Philosophie der Simsons“. Vorgestellt von Dr. Schmicking (Uni Mainz).
Nähere Informationen zu den weiteren Veranstaltungen finden sie auf der Homepage des Jugendbildungswerkes Limburg-Weilburg unter www.das-jbw.de. Wenn sie Fragen zur WissensWERKStadt haben, können Sie sich auch gerne persönlich an uns wenden: Tel.: 06431/296118; Mail: jbw@limburg-weilburg.de