„Elektro-Schrott“ aus dem Landkreis Limburg-Weilburg erlangt Weltruhm

Landrat Manfred Michel und Stephan Zimmermann (GAB) mit dem Installationskünstler Dietmar Janeck (Mitte) und der Fotografie der viel beachteten Bühneninstallation aus alten Monitoren

Die gelungene Installation aus den alten Monitoren bot den Tänzerinnen und Tänzern bei der Aufführung von „Frozen Echo“ ein großartiges Bühnenbild
Limburg-Weilburg. – Nicht alles, was auf dem Müll landet, ist unbrauchbar. Ein Musterbeispiel an großartiger Verwertung lieferte jetzt der Beselicher Installationskünstler Dietmar Janeck. Für das Programm „b.07“ des „Ballett am Rhein“ entwickelte er mit Unterstützung des kreiseigenen Entsorgungszentrums der GAB (Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung) ein eindrucksvolles Bühnenbild aus alten Computermonitoren.
Janeck überreichte Landrat Manfred Michel und Stephan Zimmermann (GAB) ein Foto von der Uraufführung des dreigeteilten Stücks am Düsseldorfer Opernhaus, bei dem sein zum Programmteil „Frozen Echo“ gehörendes Bühnenbild für eine riesige Begeisterung sorgte. Die gemeinsam mit seiner Partnerin, der Niederländerin Regina van Berkel, entworfene Choreografie mit den zu einer gigantischen Lichtinstallation zusammengebauten Monitoren wurde vom Publikum und von der Fachpresse mit Lob geradezu überschüttet. In der Welt des Tanzes und der Choreografie sind van Berkel und Janeck, früher selbst Tänzer und seit einigen Jahren in Heckholzhausen beheimatet, seit langem international gefragt und brillieren mit ihren beeindruckenden Kreationen immer wieder an großen Bühnen weltweit.
Janeck sprach dem Kreis und insbesondere den Mitarbeitern der GAB seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus: „Ohne ihre große Hilfsbereitschaft und ihr Engagement hätte ich dieses beachtliche Projekt, bei dem die Monitore, die ja eigentlich Müll sind, eine ganz neue, begeisternde Qualität bekamen, nicht realisieren können.“ Im Laufe eines halben Jahres wurden die insgesamt siebzig baugleichen Monitore gesammelt und für die Installation komplett entkernt, bevor sie einheitlich im Originalton beige eingefärbt, an gebogenen Rohren befestigt und mit Hoch- und Niedervoltlampen bestückt wurden. Die siebzehn Meter lange Lichtskulptur setzt sich aus drei Teilen zusammen und hatte, so Janeck, für die Ballettaufführungen neben statischen und optischen Anforderungen und den Brandschutzauflagen zahlreiche weitere Kriterien zu erfüllen: „Beispielsweise muss sie gut transportierbar sein, durch die schmale Tür zur Bühne passen und sich innerhalb von wenigen Minuten in der Pause zwischen zwei Programmteilen auf- und abbauen lassen.“ Dass dies dem Installationskünstler und seinen Helfern bestens gelungen ist, beeindruckte auch Landrat Manfred Michel, der sofort für zukünftige künstlerische Projekte seine Unterstützung zusagte und seine Hoffnung aussprach, dass das großartige Elektroschrott-Objekt nach Ende seiner Bühnenzeit einen würdigen Platz findet. Die nächsten Aufführungstermine von „b.07“ am Theater Duisburg sind übrigens am 22.1., 30.1., 20.3., 14.4. und 28.4.2012.