Geschichte & Historische Entwicklung

Der ehemalige Oberlahnkreis und der ehemalige Kreis Limburg knüpfen seit ihrer Zusammenlegung am 1. Juli 1974 zum Landkreis Limburg - Weilburg an eine Tradition an, die ins Mittelalter zurückreicht, und können somit ihre gemeinsame Geschichte wieder neu betonen.

Weit über das Frühmittelalter hinaus datieren frühgeschichtliche Funde, wie das eiszeitliche Lössprofil, das bei archäologischen Grabungen auf dem ICE Gelände bei Limburg gefunden wurde. Siedlungsspuren aus der mittleren Altsteinzeit (vor etwa 100.000 Jahren) bezeugen die heute zerstörten Steinkistenfunde von Niedertiefenbach, Ober- und Niederzeuzheim (noch vor Ort zu besichtigen), die zerstörte Wildscheuerhöhle bei Steeden und die Wallanlage auf der Dornburg bei Wilsenroth. Im Südkreis stehen die Hünengräber aus der Hallstattzeit (750-450 v. Chr.) für eine Siedlungskontinuität ebenso wie die merowingischen Gräber in Neesbach. Das Kreisgebiet birgt in einigen Gemarkungen eine besondere Funddichte und jedes Fundstück dokumentiert die einstige Bedeutung der Region, des Niederlahngaus.

Die im fränkischen Reich hoch angesehene frühmittelalterliche gräfliche Adelsfamilie der Konradiner beherrschte den Lahnraum des heutigen Kreisgebietes. Zu der Gründung einer Stiftkirche auf der Lintburc, dem ersten urkundlichen Zeugnis von 910 für die heutige Kreisstadt Limburg an der Lahn, gesellt sich das Walpurgisstift in Weilburg. Auch für das Weilburger Stift liegt eine Urkunde vor, nach der Konrad I. dem Stift für das Seelenheil seiner Vorfahren 912 eine Güterschenkung zukommen ließ. Die konradinische Hauspolitik bezeugt eine große verkehrspolitische Weitsicht bei der Erschließung ihres Territoriums. Im Abstand von Tagesetappen sicherten die Konradiner ihren Herrschaftsraum durch Stiftsgründungen entlang der Lahn (Limburg, Weilburg, Wetzlar) und auf dem Westerwald (Montabaur). Reichspolitisch erfährt die Familie mit König Konrad I. (911-918), der einzige konradinische Herrscher auf dem deutschen (= ostfränkischen) Thron, ihren Zenit. Auf dem Sterbebett, so überliefert der Chronist Widukind, habe Konrad staatsmännische Größe gezeigt, als er seinen Bruder bat, die Reichsinsignien seinem erbitterten Gegner, dem Sachsenherzog Heinrich, zu überbringen, dem so genannten Weilburger Testament.

Limburg am Schnittpunkt wichtiger alter Straßen kam (samt Burg und Stiftsvogtei) zu Beginn des 13. Jahrhunderts an die Herren von Ysenburg, 1344 zur Hälfte, 1420 ganz an Kurtrier und blieb bis zur Säkularisation (1803) trierisch und damit katholisch. Eine der bedeutendsten Einnahmen des Kurfürstentums war die Brunnensteuer von Niederselters, das 1564 an Kurtrier gekommen war. Sie stellte zwischen 1760 und 1794 mit 13,4% den größten Einnahmeposten der trierischen Hofkammer dar. „Selterswasser“ war und ist weltweit zum Synonym für Mineralwasser geworden.

- Weilburg, über einer großen Lahnschleife gelegen, ursprünglich ebenfalls im Besitz der Konradiner Grafen, von denen einer (Konrad I.) der erste deutsche König war (911-918), hatten die Wormser Bischöfe seit dem 10. Jahrhundert als Reichslehen. Als deren Vögte fungierten seit 1195 die Grafen von Nassau, die 1294, als einer der ihren, nämlich Adolf, deutscher König war, Ort und Burg als Eigentum erwarben. Die Stadt (seit 1295) wurde 1355 Residenz der Grafen (ab 1737 Fürsten) von Nassau-Weilburg und blieb dies bis 1816.

Während der von Trier beherrschte Teil katholisch war, trat das Haus Nassau zum protestantischen Glauben über. Der erst 19-jährige Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg (1523-1559) berief im Herbst 1526 den evangelischen Pfarrer Erhard Schnepf nach Weilburg. Seine öffentliche Disputation im Hause des Stiftsdekans am 31. Oktober des gleichen Jahres gilt als Beginn der Reformation in Weilburg.

Die Glaubenszerrissenheit des 17. Jahrhunderts lässt sich am Haus Nassau-Hadamar besonders gut veranschaulichen. Johann VI. von Nassau-Dillenburg (1536-1606) war zunächst Lutheraner, dann überzeugter Calvinist und ließ seinen fünften am 12. August 1590 in dritter Ehe mit Johannetta von Sayn-Wittgenstein geborenen Sohn Johann Ludwig in diesem Sinne erziehen. Johann Ludwig von Nassau-Hadamar (1590-1653), 1650 in den Reichsfürstenstand erhoben, trat 1629 zum Katholizismus über und vollzog mit großem Eifer und mit Hilfe der von ihm ins Land geholten Jesuiten die Rekatholisierung der Grafschaft. Das 1652 von ihm initiierte Gymnasium wurde bis 1773 von Jesuiten geleitet. Er tolerierte weiterhin den reformierten Glauben seiner Gattin, Gräfin Ursula von Lippe-Detmold (1598-1638). Als kaiserlicher Gesandter stellte er 1638 in Köln, Münster und Osnabrück bei den Verhandlungen über den Westfälischen Frieden sein diplomatisches Geschick unter Beweis. Die Kandidatur des verwitweten Fürsten auf den Bischofsstuhl von Münster (1650) scheiterte jedoch.

Aus den territorialen Veränderung der deutschen Länder zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging das Herzogtum Nassau (1806) hervor, dessen Regierung zunächst in gemeinsamer Hand von Herzog Friedrich August von Nassau Usingen (1738 - † 24.3.1816) und Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau - Weilburg (1768 - † 9.1.1816) lag. Nach deren beider Tod 1816 ging die alleinige Regentschaft an das nassau-weilburgische Haus über. Das prächtige Schloss in Weilburg, das heute den Rahmen für die Weilburger Konzerte bietet, trat nun hinter das Biebricher Schloss in Wiesbaden zurück. Nassau, das 1866 auf Seiten Österreichs kämpfte, wurde zur Kriegsbeute und am 20. September 1866 offiziell durch Preußen annektiert. Herzog Adolf ging nach Luxemburg und wurde Großherzog von Luxemburg (1890-1905). Nassau bestand als Regierungsbezirk Wiesbaden in der Provinz Hessen-Nassau (mit Kassel) fort.

1867 wurde der Oberlahnkreis mit der Kreisstadt Weilburg gebildet, 1886 der Kreis Limburg an der Lahn. Zum 1. Juli 1974 wurden beide aufgrund der hessischen Gebietsreform zum Kreis Limburg-Weilburg zusammengeschlossen, der eine Größe von 738 km² umfasst.

In das Kreiswappen (Genehmigung vom 18. April 1975) wurden das Kreuz, das dem ehemaligen Kreis Limburg 1957 als Wappensymbol verliehen worden war (Bistum Limburg), und der nassauische Löwe, der schon in dem 1936 verliehenen Wappen des ehemaligen Oberlahnkreises den ersten Rang innehatte, aufgenommen. In Blau ein durchgehendes, rot-silbern geschachtes Kreuz, belegt mit einem blauen Schild, darin zwischen goldenen Schindeln ein rot bewehrter goldener Löwe.

 

Zum Kreisjubiläum wurde ein neues zusätzliches Symbol vorgestellt, eine Kombination aus einer Wort- und Bildmarke. Zu erkennen sind die Umrisse des Landkreises Limburg-Weilburg, dazwischen die Lahn als "blaues Band". Letzteres symbolisiert Natur und Freizeitgestaltung und die Lahn auch als Bindeglied zwischen Westerwald und Taunus. Zusätzlich sind im unteren Teil vier rote Vierecke zu sehen. Sie erinnern an die Vierecke im Wappen des Kreises innerhalb des kurtrierischen Kreuzes.