Arbeit

Dürfen Asylbewerber arbeiten?

Ein Asylsuchender ist weniger als 3 Monate in Deutschland
Während der ersten drei Monate des Aufenthaltes in Deutschland ist es Asylbewerbern nicht gestattet, ein reguläres Arbeitsverhältnis aufzunehmen. In dieser Zeit ist es lediglich erlaubt, eine Arbeitsgelegenheit gem. § 5 AsylblG, bzw. 5a AsylblG (Flüchtlingsintegrationsmaßnahme/ FIM) anzunehmen. Für die Ausübung der Arbeitsgelegenheit wird den Asylbewerbern eine Aufwandsentschädigung gezahlt.

Ein Asylsuchender ist länger als 3 Monate in Deutschland
Nach Ablauf der drei Monate und vor Beendigung des Asylverfahrens kann eine Beschäftigung durch die Ausländerbehörde erlaubt werden, wenn die Arbeitsverwaltung die Arbeitsbedingungen geprüft und ihre Zustimmung zur Aufnahme der Beschäftigung gegenüber der Ausländerbehörde erteilt hat. Eine Vorrangprüfung durch die Arbeitsverwaltung ist nach Inkrafttreten des Integrationsgesetzes (6. August 2016) in den meisten Fällen nicht mehr erforderlich.

Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten
Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten, die ihren Asylantrag nach dem 31. August 2015 gestellt haben, dürfen während des Asylverfahrens nicht arbeiten.
Um eine Beschäftigungserlaubnis durch die Ausländerbehörde zu erhalten, muss dort eine sogenannte Stellenbeschreibung abgegeben werden, die der potentielle Arbeitgeber zuvor ausfüllen muss. Die Ausländerbehörde prüft, ob eine Zustimmung der Arbeitsverwaltung (speziell der „Zentralen Auslands- und Fachvermittlung“, ZAV) erforderlich ist und holt diese ggf. ein. Bei einer positiven Entscheidung kann die Aufenthaltsgestattung des Asylbewerbers mit der Beschäftigungserlaubnis versehen werden.

Ausbildung
Junge Asylbewerber können nach drei Monaten Aufenthalt mit Erlaubnis der Ausländerbehörde auch eine Berufsausbildung aufnehmen. Hierfür ist keine Zustimmung der ZAV erforderlich. Ausgenommen sind auch hier Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten.

Praktikum
Grundsätzlich ist auch für die Aufnahme von Praktika eine Erlaubnis der Ausländerbehörde notwendig. In bestimmten Fällen wird keine Zustimmung der Arbeitsverwaltung benötigt (z.B. bei einem Praktikum zur Orientierung für die Aufnahme eines Berufsausbildung oder eines Studiums).

Mitteilungspflicht
Jedwede Aufnahme einer Tätigkeit ist dem Fachdienst Migration innerhalb von 3 Tagen zu melden (§ 8 AsylbLG). Unterlassene Meldungen führen zu Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Allgemeines
Die zuvor gemachten Ausführungen gelten grundsätzlich auch für abgelehnte Asylbewerber, die eine sogenannte Duldung besitzen. Allerdings darf die Ausübung einer Erwerbstätigkeit unter bestimmten Umständen nicht erlaubt werden. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn der Ausländer aufenthaltsbeendende Maßnahmen durch Täuschung über seine Identität oder Staatsangehörigkeit verhindert.

Berufliche Anerkennung
Ausländische Zeugnisse und Bildungsnachweise müssen in Deutschland anerkannt werden um Gültigkeit zu haben.

Informationen zur Berufswahl, Jobsuche und Bewerbung
Das Berufsbildungszentrum (BIZ) bietet als Teil der Bundesagentur für Arbeit allen Interessierten die Möglichkeit sich ohne Anmeldung und kostenfrei über alle Fragen rund um das Thema Arbeit umfangreich zu informieren. Das BIZ ist die richtige Adresse für alle, die entweder in der Bewerbungsphase stehen oder sich beruflich neu orientieren möchten.

Kontakt zum BIZ finden Sie hier.

Weitere Informationen rund um das Thema Arbeit finden Sie unter GGUA - Flüchtlingshilfe Projekt Qualifizierung der Flüchtlingsberatung.