Handbuch

Präambel

Das Netzwerk Kinderschutz und Frühe Hilfen ist ein Zusammenschluss von Akteuren (siehe Anlage 1) aus dem Bereich

  • der Jugendhilfe
  • der Behindertenhilfe
  • der Bildung und Soziales
  • des Gesundheitswesens
  • der Polizei
  • der Justiz.

Die genannten Akteure zielen in ihrem Zusammenwirken auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch, Misshandlung und/oder Vernachlässigung. Des Weiteren sollen der Informationsaustausch ausgebaut und stetig verbessert, Standards gesichert und weiter entwickelt werden.

Um Frühe Hilfen zu ermöglichen, verpflichten sich die Akteure zur Entwicklung eines Präventionskonzeptes für ihre Institution. In Krisen und besonders in Notfallsituationen stellen die Netzwerkpartner sicher, dass die notwendigen Maßnahmen eingeleitet und wirksam werden. Hierzu bedarf es der systematischen Einbeziehung der Kompetenzen unterschiedlicher Professionen.

Dies geschieht mit gebührendem Respekt gegenüber Artikel 6 Grundgesetz, insbesondere Abs. 2 „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“, jedoch auch im Bewusstsein des Rechts des Kindes nach § 1631,2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) auf gewaltfreie Erziehung und des in den §§ 8a, b SGB VIII (Sozialgesetzbuch) formulierten Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung.

Akteure incl. Kontaktdaten

Netzwerkkoordinatorin:
Silke Arnold
Amt für Jugend, Schule und Familie
Schiede 43
65549 Limburg
Tel: 06431-296 804
Fax: 06431-296 406
s.arnold@limburg-weilburg.de

 

Jugendhilfe:

Amt für Jugend, Schule und Familie,

Fachdienstleiterin Sozialer Dienst

Melanie Eriksson

Schiede 43

65549 Limburg

06431-296 344

Fax: 06431-296 406

m.eriksson@limburg-weilburg.de

 

Caritasverband für den Bezirk Limburg e.V.,

Schiede 73

65549 Limburg

Tel. 06431-2005-0

www.caritas.de

 

Ansprechpartnerin Frühe Hilfen/Familienpatinnen

Patricia Deisel

Tel. 06431 2005-40

p.deisel@caritas-limburg.de

 

Ansprechpartner Kinderschutz

Thomas Reichstetter

Beratungsstelle für Eltern, Kindern und Jugendliche

Tel. 06431-2005-30

t.reichstetter@caritas-limburg.de

 

Diakonisches Werk Limburg-Weilburg e.V.

Sozialpädagogische Familienhilfe

Fr. Brilatus, Fr. Simonis, Herr Höhler

Parkstr. 12, 65549 Limburg

Tel.: 06431 2174-122

Fax: 06431 2174-200

www.dwlw.de

Brilatus@dw-limburg-weilburg.de

 

Deutscher Kinderschutzbund

Kreisverband Limburg-Weilburg e. V.

Geschäftsstelle

Badehausweg 1

65520 Bad Camberg

Tel.: 06434 4028716

www.dksb-lm.de

Liane Schmidt: schmidt@dksb.lm

 

Susanne Wenz Erk,

Fachdienst Kinderschutz,

(insoweit erfahrene Fachkraft)

Tel.: 0152 33768757

kinderschutz@dksb-lm.de  

 

 

Jugend- und Drogenberatung Limburg e.V.

Fachstelle für Suchtprävention

Fr. Schneider

Konrad-Kurzbold-Str. 3

65549 Limburg

Tel.: 06431 22163-0

Sonja.schneider@judro-limburg.de

 

Jugend- und Drogenberatung Limburg e.V.

Frau Wessel

Adelheidstr. 3

35781 Weilburg

Tel.: 06471 2283

Fax. 06471 1758

Ulrike.wessel@judro-limburg.de

 

Hephata Diakonie Hessisches Diakoniezentrum e.V. 

Regionalleiterin Jugendhilfe

Fr. Seipp-Koch

Fr. Fritz, Teamleitung

Cahenslystr.6, 

65549 Limburg

Tel.: 06431 5913-12

Fax: 06431 5913-23

christina.seipp-koch@hephata.com

www.hephata.de

 

Beratungs- und Präventionsstelle zu sexueller Gewalt

im Landkreis Limburg-Weilburg

Fr. Koepper und Fr. Bausch

Werner-Senger-Str. 19

65549 Limburg

Tel.: 06431 92343

Fax: 06431 92345

www.gegen-unseren-willen.de

kontakt(at)gegen-unseren-willen.de

 

Bildung und Soziales:

 

Kindertagesstätten:

Kreisausschuss Limburg-Weilburg

Amt für Jugend, Schule und Familie

Fachdienst Jugendförderung

Katja Bastian

Schiede 43

65549 Limburg

Tel.: 06431 296-655

Fax: 06431 296-112

k.bastian@limburg-weilburg.de

www.landkreis-limburg-weilburg.de

 

Marienschule Limburg

Fr. Schnurr

Graupfortstr. 5

65549 Limburg

Tel.: 06431 201-0

 

Staatliches Schulamt für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis

Limburg-Weilburg

Frau Kremer

Frankfurter Str. 20-22

35781 Weilburg

Tel.: 06471 328215

Fax: 06471 328270

poststelle@wlb.ssa.hessen.de

 

Kath. Familienbildungsstätte Limburg

Fr. Margraf

Bernadusweg 6

65549 Limburg

Tel.: 06433 887-75

kath.fbs.limburg@bistumlimburg.de

 

 

Gesundheitswesen :

 

Kreisausschuss Limburg-Weilburg

Gesundheitsamt

Fr. Reichelt und Fr. Lehmann

Schiede 43

65549 Limburg

Tel.: 06431 296-631, 296-654

Fax: 06431 296- 334

www.landkreis-limburg-weilburg.de

k.lehmann@limburg-weilburg.de

c.reichelt@limburg-weilburg.de

 

PKJ Praxisgemeinschaft für Kinder- und Jugendmedizin

Dr. Stephan Plum

Auf dem Schafsberg 1

65549 Limburg an der Lahn

Telefon 06431.26033

Fax 06431.26841

Hr. Dr. Plum

info@plum-rackwitz.de

 

Hebammen

Fr. Scholl und Fr. Reichardt

Salzgasse 16

65549 Limburg

hebamme_feescholl@yahoo.de

 

 

Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Vitos Klinik

Außenstelle Limburg

Hr. Büchsenschütz

Saarlandstr. 2

65549 Limburg

Tel. 06431- 219 7760

Ambulanz.limburg@vitos-herborn.de

 

Kreiskrankenhaus Weilburg

Am Steinbühl 2

35781 Weilburg

Telefon: 064 71 - 313-0

Fax: 064 71 - 313-221

 

Kinderärztin Dr. Irina Köth

Langgasse 3

35781 Weilburg

Telefon: 06471 923777

 

Polizei

Polizeidirektion Limburg-Weilbur

- Jugendkoordinatorin -

- Opferschutzkoordinatorin -

Fr. Leischner

Offheimer Weg 44

65549 Limburg

Tel.: 06431/9140-242

Fax: 06431/9140-209

E-Mail: praevention.pd-lm.ppwh@polizei.hessen.de

Homepage: www.polizei.hessen.de

 

Justiz:

Familiengericht Weilburg

Hr. Wagner

Mauerstraße 25

35781 Weilburg

Tel.: 06471 3108-42

Fax: 06471 3108-11

 

Dipl. Psychologin

Praxis für Rechtspsychologie

Fr. Kleppe

Frankfurter Str. 34

61231 Bad Nauheim

kleppe@pfrp.de

 

GWG Königstein

Fr. Reintges

Stresemannstraße 17

61462 Königstein

Tel.: 06174 299630

reintges@gwg.info

 

 

Behindertenhilfe

Frühförder- und Beratungsstelle

Fr. Uhl

Wiesbadener Str. 15

65549 Limburg

Tel.: 06431-993117

Fax: 06431-993132

Email:  e.uhl@lebenshilfe-ldz.de

Internetseite www. lebenshilfe-limburg-diez.de

 

 

Evang. Kindertagesstätte Am Schafsberg

Hr. Küll

Johannes-Mechtel-Straße 9

65549 Limburg

Tel.: 06431 3459

kita.mitte@evangelisch-limburg.de

 

 

Beratungsstellen

Donum Vitae

Regine Bach

Diezer Straße 38a

65549 Limburg

Tel.: 06431 408625

limburg@donumvitae.org

 

Außenstelle Bad Camberg

Frau Goldberg

Am Amthof 7

65520 Bad Camberg

Tel. 06431 408625

badcamberg@donumvitae.org

 

Jobaktiv – Beratungsstelle für Jugendberufshilfe im Bistum Limburg

Hr. Bach

Diezer Str. 50c

65549 Limburg

Tel.: 06431 96060

 

 

Familienzentrum „Müze“ e. V.

Fr. Mündlein

Hospitalstraße 10

65549 Limburg

Tel.: 06431 27849

 

 

Profamilia Limburg

Fr. Schlagheck, Matthias Belikan

Konrad-Kurzbold-Str. 6

65549 Limburg

Tel.: 06431 26920

 

Opferhilfe Limburg-Weilburg e. V.

Hr. Kundermann

Postfach 1414

65534 Limburg

Tel.: 06431 45045

Opferhilfe-Limburg-Weilburg(at)t-online.de

Definitionen

Was verstehen wir unter Frühe Hilfen?

Es handelt sich bei den Frühen Hilfen um alltagspraktische und soziale Unterstützungssysteme für alle, auch werdende Eltern, die Ressourcen stärken, Wissen vermitteln, Zugangswege zu Hilfen öffnen und psychosoziale Risiken reduzieren sollen.

Frühe Hilfen basieren auf einem System von aufeinander bezogenen Unterstützungs-angeboten im Rahmen eines Netzwerkes Frühe Hilfen.  Dieses Netzwerk umfasst so-wohl allgemeine  als auch spezifische Hilfen für besondere Problemlagen. 

Durch die  systemübergreifende Zusammenarbeit und passgenauen Hilfen kann zum einen wirkungsvoller für die Familien und zum anderen ressourcenschonender für die Haushalte gearbeitet werden.

Man unterscheidet zwischen

primären Hilfsangeboten, die von allen Eltern in Anspruch genommen werden können,

sekundären Hilfen, die dem Unterstützungsbedarf von Familien in besonderen und prekären Lebenslagen gerecht werden,

tertiären Angeboten, die im Rahmen des Kinderschutzes intervenierend eingreifen.

Was verstehen wir unter einer Kindeswohlgefährdung?

Eine Kindeswohlgefährdung setzt eine gegenwärtige Gefahr für die körperlichen, seelischen, geistigen oder erzieherischen Bedürfnisse des Kindes voraus, bei der sich in der weiteren Entwicklung mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Schädigung des Kindes ergeben wird.

Definition  nach dem BGH FamRZ, 1956, S.350:

„Unter Kindeswohlgefährdung versteht man eine „gegenwärtige, in einem solchen Maß vorhandene Gefahr, dass sich bei der weiteren Entwicklung eine erhebliche Schädigung mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt“.

 

Was verstehen wir unter einer Kindesvernachlässigung?

Andauerndes oder wiederholtes Unterlassen fürsorglichen Handelns (bzw. Unterlassen der Beauftragung geeigneter Dritter mit einem solchen Handeln) durch Eltern oder andere Sorgeberechtigte, das für einen einsichtigen Dritten vorhersehbar zu erheblichen Beeinträchtigungen der physischen und/ oder psychischen Entwicklung des Kindes führt oder vorhersehbar ein hohes Risiko solcher Folgen beinhaltet. Grundsätzlich gilt: Je jünger die betroffenen Kinder sind und je tiefgreifender sie vernachlässigt werden, desto größer ist das Risiko nachhaltiger Schädigungen. Für Säuglinge können Versorgungsmängel schon nach kurzer Zeit lebensbedrohlich sein (Informationszentrum Kindesmisshandlung / Kindesvernachlässigung, IzKK, des Deutschen Jugendinstituts, DJI).

 

Was verstehen wir unter einer Kindesmisshandlung?

Physische und psychische Kindesmisshandlung

Unter physischer (körperlicher) Kindesmisshandlung können alle Handlungen von Eltern oder anderen Bezugspersonen verstanden werden, die durch Anwendung von körperlichem Zwang bzw. Gewalt für einen einsichtigen Dritten vorhersehbar, zu erheblichen physischen oder psychischen Beeinträchtigungen des Kindes und seiner Entwicklung führen oder vorhersehbar ein hohes Risiko solcher Folgen bergen (Kindler 2006).

 

Psychische Misshandlung kann beschrieben werden als wiederholte Verhaltensmuster der Betreuungsperson oder Muster extremer Vorfälle, die Kindern zu verstehen geben, sie seien wertlos, voller Fehler, ungeliebt, ungewollt, sehr in Gefahr oder nur dazu nütze, die Bedürfnisse eines anderen Menschen zu erfüllen (American Professional Society on Abuse of Children/APSAC 1995).

 

Was verstehen wir unter sexuellem Missbrauch?

„Sexueller Missbrauch ist jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind vorge-nommen wird oder der das Kind aufgrund körperlicher, psychischer, kognitiver oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Der Täter nutzt seine Macht- und Autoritätsposition aus, um seine eigenen Bedürfnisse auf Kosten des Kin-des zu befriedigen.“ (Bange&Deegener., 1996, S.105)