MRE-Netzwerk Mittelhessen

Seit 2011, d. h. seit dessen Gründung, ist das Gesundheitsamt Mitglied im Netzwerk Mittelhessen zur Koordination und Information für die Bekämpfung multiresistenter Erreger. Neben der Beratung zur Hygiene in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen ist der Infektionsschutz mit Begehungen und Maßnahmen der Überwachung, ggf. auch angeordnet zum Schutz der Bürger unseres Landkreises aktiv.  
 
Multiresistente Erreger (MRE) - Die Seuche des 21. Jahrhunderts?
Multiresistente Erreger (MRE) stellen eine zunehmende gesundheitliche Bedrohung in ambulanter wie stationärer medizinischer Versorgung dar. Die effektive Bekämpfung dieses Problems setzt Landkreis-übergreifend eine koordinierte Vorgehensweise der Akteure im Gesundheits- und Pflegewesen sowie einen zielgerichteten Wissenstransfer voraus.
Alle Akteure des Gesundheits- und Pflegewesens (Krankenhäuser, Ärzte, Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege etc.) sollen angesprochen, für die Mitwirkung im MRE-Netz Mittelhessen gewonnen und zu einer einheitlichen und verbindlichen Verfahrensweise im Umgang mit MRE unter der Zielsetzung der optimalen Nutzung vorhandener und aller erforderlicher Maßnahmen zur Erkennung, Behandlung und Bekämpfung multiresistenter Erreger verpflichtet werden. Das MRE-Netz Mittelhessen soll als Plattform für Informationsaustausch und Fortbildung dienen und bedarfsgerecht praktische Hilfestellung anbieten. Für Patienten mit MRE und deren Angehörige stellt das MRE-Netz Mittelhessen Informationen und praktische Hygieneempfehlungen bereit. Somit können unnötige Ängste und Sorgen abgebaut werden. Zweifelsohne sind Antibiotika eine der wesentlichen Fortschritte der modernen Medizin. Anfängliche
Hoffnungen, dass sie geeignet seien, Infektionskrankheiten verschwinden zu lassen, haben sich indes nicht bestätigt. Vielmehr offenbart sich in den letzten Jahren zunehmend, dass der breite und oft unkritische Einsatz der Antibiotika erhebliche Probleme nach sich zieht, indem Krankheitserreger gegenüber den eingesetzten Antibiotika unempfindlich (resistent) werden. Eine sog. Multi-Resistenz liegt vor, wenn Keime gegen mehrere Antibiotika resistent sind. Zu diesen sog. multiresistenten Erregern (MRE) gehören u. a. MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus Aureus), VRE (Vancomycin-Resistente Enterokokken) und ESBL (Extented-Spectrum-Betalactamase bildende Enterobakterien). Diese Problemkeime sind insbesondere im Zusammenhang mit Krankenhaus-Behandlungen bedeutsam. Nach Einschätzung der Europäischen Gesundheitsbehörde (ECDC) sind MRE die bedeutendste Krankheitsbedrohung in Europa. Die Rate der Infektionen mit diesem Keimen ist hoch und hat in den letzten Jahren teilweise rasant zugenommen. Jährlich erwerben ca. 3 Millionen Menschen in Europa eine Krankenhausinfektion, dabei kommt es zu etwa 50.000 Todesfällen
 
Ziele des MRE-Netzes Mittelhessen.

  • Reduzierung bzw. Vermeidung der MRE–Entstehung und deren Verbreitung in der Region
  • Verbesserung der Behandlung und Rehabilitation MRE-besiedelter bzw. infizierter Patienten
  • Verhinderung der Stigmatisierung Betroffener

 
Was soll das MRE-Netz Mittelhessen leisten?

  • Vernetzung aller Akteure des Gesundheits– und Pflegewesens unter Koordination und Moderation des Öffentlichen Gesundheitsdienstes
  • Kooperative Erarbeitung und Durchsetzung einheitlicher und verbindlicher Verfahrensweisen im Umgang mit MRE unter der Zielsetzung der optimalen Nutzung vorhandener und aller erforderlicher Maßnahmen zur Erkennung, Behandlung und Bekämpfung multiresistenter Erreger
  • Möglichkeit zur Zertifizierung teilnehmender Einrichtungen
  • Zielgerichteter Wissenstransfer (Fortbildungen, Öffentlichkeitsarbeit) und Zielgruppenorientierte Informationsangebote (Merkblätter, Internet, Help-Desk etc.)
  • Verbesserter Einsatz von Antibiotika
  • Gründung eines Fördervereins zur Rekrutierung finanzieller Mittel

Sprachstandserfassung – Kindersprachscreening

Das Kindersprachscreening (KiSS) Hessen ist eine wissenschaftliche Methode, die frühzeitig Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung bei unseren Kindern feststellen kann. In Zusammenarbeit mit dem hessischen Kinder-Vorsorge-Zentrum in Frankfurt wurden für unseren Landkreis 14 Sprachexperten und 63 Prüf-Erziehrinnen ausgebildet. Dieses Screening wird bisher in 33 von 117 Kindergemeinschaftseinrichtungen bei Kindern im Alter von 4 – 4 ½ Jahren durchgeführt. Neben der Feststellung einer normalen Sprachentwicklung bei rund 70 % eines Jahrganges wird eine Empfehlung für eine ärztliche Untersuchung und ggf. logopädische Behandlung in rund 14 % ausgesprochen. In ca. 16 % besteht Bedarf für eine pädagogische Sprachförderung, die in der Regel von der zuständigen Grundschule in Zusammenarbeit mit geeigneten Fachkräften oder Institutionen geleistet. Den
Kindergemeinschaftseinrichtungen, die an KiSS im Landkreis wurde das KiSS-Siegel verliehen, das jedem Besucher der Einrichtung schon bei dem Betreten den Arbeitsschwerpunkt Sprachförderung zeigt, den Sprachkompetenz ist eine grundlegende Voraussetzung für die normale emotionale und kognitive Entwicklung von Kindern und stellt eine Schlüsselqualifikation für den schulischen Erfolg sowie der chancengleichen gesellschaftlichen Teilhabe dar.

Reise-Impf-Beratung

Das Gesundheitsamt berät Sie zu Fragen der Impfprävention.
Neben Hinweisen zu öffentlich-empfohlenen Impfungen und den aktuellen Impf-Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut in Berlin, beraten wir Sie frühzeitig bei Reisevorhaben hinsichtlich den vorgeschriebenen und empfohlenen Impfungen und allgemeiner Empfehlungen zur gesundheitlichen Situation für das Reiseziel.
Mit der Praxis Dr. Schmitt in Waldbrunn-Hintermeilingen (06479-1441, www.praxis-waldbrunn.de) verfügen wir hier im Landkreis über die einzige öffentlich anerkannte Impfstelle für die Gelbfieberimpfung.

Sportmedizinische Untersuchungs- und Beratungsstelle

Neben den sportmedizinischen Untersuchungen für D- und E-Kader Angehörige wird eine allgemeine sportmedizinische Beratung und sportmedizinische Leistungsdiagnostik für überregional Sport Aktive und Leistungssporttreibende am Gesundheitsamt angeboten. Darüber hinaus arbeiten wir auf Landesebene mit dem Landessportbund Hessen im Arbeitskreis Sportmedizinischer Untersuchungsstellen in Hessen eng zusammen.